..Auto?

Du hast ein Auto von Audi, es könnte an dieser Stelle auch ein anderer Hersteller stehen,. Sagen wir mal es ist ein Modell der Oberen Mittelklasse. Mit einem guten Motor, der nicht der langsamste ist und auch nicht der durstige. Die Sonderausstattung sind auch nicht wenige. In deiner Garage liegen Dachbox, Winter/Sommerräder. Für den Transport von schmutzigen Teilen, hast du eine Wanne für den Kofferraum. Also alles schön auf dein Auto abgestimmt und angepasst. Nehmen wir mal an. Du hast lange gespart um dir deinen WunschAudi zu kaufen. Ich meine jetzt wirklich kaufen und nicht per Rate zu bezahlen, zu leasen oder sonst wie zu finanzieren. Das Auto gehört dir, mit allem was dazu gehört. Seit ein paar Jahren bist du mit dem Auto unterwegs. An manchen Tagen oft und weit an vielen anderen bleibt es in der Garage stehen. Dein Auto macht alles das was du mit ihm machen willst. Ohne nur ein einziges mal zu mucken und zucken. Es bringt dich bequem, sicher, schnell und wenn du es nicht übertreibst 🙂 auch preiswert von A nach B.  Alles in allem ist dein Auto gut und du bist zufrieden und glücklich.

Plötzlich kommt BMW, es könnte auch ein x-beliebiger anderer Hersteller sein,  mit einem neuen etwas größeren Modell neu auf dem Markt. Der Motor ist geringfügig stärker aber weniger sparsam. Die Ausstattung marginal besser. Der BMW hat zum Beispiel eine  Fussraumbeleuchtung die alleine die Farben wechselt. Du kannst das Display nach deinen Wünschen mit Anzeigen belegen. Und noch ein paar nette Gimigs mehr. Alles solche Sachen die das Autofahren netter machen aber weder sicherer noch sparsamer.

Deine Kumpels fangen mit einmal an von diesem BMW zu schärmen, loben ihn über den „grünen Klee“. Auf Youtube und anderen Sozialnetzwerken wir ab jetzt pausenlos über die Vorteile des neuen BMW geschrieben und gesprochen. Und dann gefällt dir der BMW auch noch.

Und was machst du jetzt mit deinem  2 – 3 Jahre alten Audi? Verkaufst du ihn? Gibst ihn trotz hohen Wertverlust bei BMW in Zahlung? Verkaufst mit viel Verlust dein ganzes Zubehör wie Winter/Sommerräder, Dachbix ect.pp ? Nein das wirst du nicht tun. Der Verlust ist viel zu hoch, und die Leistung und Wertigkeit des Audis ist immer noch klasse.

Mit dem BMW wirst du nicht besser fahren können. Er macht aus dir keinen Schumacher, Vettel und Co. Er macht nur das was du vorher mit dem Audi auch warst. Sicher und bequem unterwegs. Und du mußt das ganze Zubehör für viel Geld bei BMW nach kaufen

Und warum tauscht du mit einmal deine  Canon/Nikon Kamera gegen Sony? Kaufts für viel Geld das ganze Zubehör neu?

Schreib mir deine Meinung dazu 🙂

Im Dezember 2016 hatte ich beschlossen. 2017 mach ich nur noch Auftragsarbeiten im Bereich People/Nude/Sensual Nude. Beschäftige mich daneben nur noch mit Still Life bzw. Food Fotografie.

Ich hatte den Eindruck das man sich spezialisieren muß um als Fotograf Erfolg zu haben.

Doch sind Erfolg und Lebensinhalt ein dringendes Muß? Muß man sein Hobby unbedingt als Beruf auszuführen?

Heute sag ich dazu Nein.

Ein Hobby, sei es Fotografie, kochen oder Modellbau sollte dringend ein Hobby bleiben. Es ist der Teil des täglichen Lebens. Der dafür sorgt, Kraft und Energie für Beruf und Familie zu finden. Das Hobby lässt dir Raum zu Kreativität, zum Abschalten vom Alltag und um einfach runter zu kommen.

Wenn jetzt das Hobby zum Beruf wird, dann fehlt der Ausgleich. Dann steht man nur noch unter Strom. Alles im Leben dreht sich nur noch um das Exhobby. Zeit zur Erholung gibt es nicht mehr. Freundschaften leiden dazu extrem.

Ich weiß sehr genau von was ich da gerade rede. Vor vielen Jahren hatte ich eine Hobby im Modellbau und Rennsport. Es machte viel Spaß, man lernte eine Menge Leute kennen, baute und bastelte in Stillen vor sich hin. Es war der perfekte Ausgleich zum „restlichen Leben“. Und dann kam der Moment als ich das Angebot zum Verkäufer in Modellbau bekam.

Ab dem Moment war es der Anfang vom Ende des Hobbys. 24 Stunden 7 Tage die Woche, Monat für Monat drehte es sich nur noch um das eine. Bekannte riefen zu allen möglichen und unmöglichen Tageszeiten an. Ausgleich gab es nicht mehr. Nur noch Modellbau und Rennsport.

18 Monate, 18 lange Monate dauerte es. Dann zog ich die Reißleine. ausgebrannt, desinformiert. Und nur noch von Leuten umgeben die ihr Hobby hatten, was ja mein Job war.

Es gab einen Weg zurück in die alte Tätigkeit. Und diesen Weg ging ich sofort. Es gab neue Impulse für mich. Neue Ansichten, neue Herausforderung. Alles war wieder neu. Und es gab wieder eine Lebensqualität.

Wenn Du heute der Meinung bist. Dein Hobby zum Beruf zu machen. Dann such dir zeitnah ein neues Hobby. Nur bedenke dabei, das du nicht nach ein paar Jahren wieder das Hobby zum Beruf machen möchtest.

Und noch eine Sache die ich dir, falls du auch Fotograf bist, gerne sagen möchte. Man lebt nicht ruhiger wenn man Berufsfotograf ist. Der Markt ist überflutet von Fotografen oder Leuten die sich dafür halten. Keiner ist mehr bereit dir das zu bezahlen was du haben mußt um einigermaßen über die Runden zukommen. Auch wenn dir Calvin Hollywood etwas anderes in seinen Videos sagen wird.

Und was mach ich jetzt?

Ich mach einen Job und ein Hobby. Der Job gibt mir die Sicherheit (wobei Sicherheit heute relativ ist), ein regelmäßiges Einkommen, bezahlten Urlaub, Soziale Absicherung und noch ein paar Sachen mehr. Negative wie Positive.

Und die Negativen Sachen kann ich bei meinem Hobby ausblenden. Kann abschalten und Luft holen.

Und noch eine Sache die mir inzwischen sehr sehr wichtig geworden ist. Man kann das machen wozu man im Moment die meiste Lust hat. Heute People, morgen Food und übermorgen Landschaft. Keiner hat Einfluß auf meine Entscheidung. Ich hab die kleine Art von Freiheit außerhalb von Job und Familie.