Schloss Pillnitz gehörte früher einmal zum Dorf Pillnitz was nur ein paar Flußkilometer stromaufwärts kurz vor Dresden lag. Heute ist es ein Stadtteil von Dresden und ein Anziehungsmagnet für zahlreiche Touristen aus aller Welt. In Kindertagen war es für uns wenig erfreulich wenn ein Schulwandertag mal wieder nach Pillnitz ging, schliesslich konnten wir selber mit dem Fahrrad in 30 Minuten hinfahren. Heute sieht man das ganze mit anderen Augen. Kann Stundenlang durch den Schlosspark schlendern, sich dabei fremde Pflanzen ansehen, die zahlreichen Eichhörnchen beobachten und sich am Ende bei einem guten Essen in der Schlossschänke über einen gelungenen Tag erfreuen.

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Schloss Pillnitz an einem verregneten Tag im April 2017

Am ersten Tag meines Besuches gab sich Schloss Pillnitz bedeckt. Schwere Wolken hingen in den Weinbergen hinter Pillnitz.

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5 Minuten Belichtungszeit reichten bei nachlassendem Licht nicht mehr aus.

Und dann ging mir auch noch das Licht aus. Pillnitz wollte sich an diesem Tag nicht von seiner besten Seite zeigen. Oder das Schloss kannte meine eigene Gefühlslage, den es war kein geplanter Besuch in meiner Heimat.

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Pillnitz in der Abendsonne im April

Zwei Tage später. Tolles Wetter, schönes warmes weiches Licht strömte durch das Elbtal. Pillnitz zeigte sich farbenfroh und fröhlich.

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Ansicht von der Autofähre

Und so beschloss ich nach ein paar Aufnahmen von der Kleinschachwitzer Elbseite. Mit der Autofähre überzusetzen um noch ein paar Aufnahmen vom Innenhof zu machen.

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Eingang in den Schlosspark

Da es schon recht spät am Tag war, waren keine Parkplatzgebühren mehr zu entrichten. Um diese Zeit sind die meisten Touristen schon wieder in der Stadt und nur noch ein paar Fotografen und Einheimische verteilen sich auf dem Gelände.

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Hinterseite des Wasserpalais im Gegenlicht

Beste Voraussetzung für Fotos ohne Graufilter und ohne störende Personen.

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Bergpalais im Schein der Abendsonne

Das Licht war fantastisch warm. Im April muß man sich aber beeilen, weil es auch schnell weg ist.

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Auf die Sonnenuhr ist meist mehr Verlass / Neues Palais

Zeit ist knapp.. dieser alte Spruch wird da schnell zur Gewissheit.

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Rückseite das neuen Palais

Knapp 40 Minuten gab die Sonne mir Zeit, dann zogen langsam der Abendnebel auf.

 

Und mit den letzten Sonnenstrahlen zeigte sich die Elbe noch einmal in frühlingshafter Schönheit.

Mehr Informationen zum Schloss und Schlosspark Pillnitz findest du unter den Eintrag bei Wikipedia „Schloss Pillnitz„.

 

Orte der Vergangenheit, der eigenen Vergangenheit. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mit viel Erinnerung an noch viel mehr positiven Erlebnissen.

Und weil es so viele schöne Erinnerungen sind, die negativen verblasen mit der Zeit, fährt man diese Orte besuchen. Verweilt einen Moment, saugt die Luft ein, spürt ein wenig Heimat, ein wenig Vertrautheit. Auch wenn einiges inzwischen anders ist, manchmal auch ein wenig fremd.

Dresden – Leuben Zamenhofstraße um genau zu sein. Unser Block unser Hof unser Revier.

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Mein Block, 8 Etage bei gutem Wetter ein Ausblick zum Träumen. Damals noch weiß heute bunt. Unser Kindergarten. Ort unserer wilden Spiele.

Vom Balkon konnte ich den Kindergarten sehen. Aus dem 8 Stock bis in meine Gruppe war es nicht weit. Aufzug, Hinterausgang und schon war man bei seinen Freunden. Alles kein Problem, wir wohnten ja doch fast alle im selben Block oder in den anderen daneben. Wir kannten uns und wir hatten Spaß. Sozialismus kannten wir nicht, nur Sandkasten, Klettergerüst und den Fussball. Letzteren benutzen wir, zum Leidwesen der Mütter, zu gerne auf den Wäschetrockenplätzen. Wir waren laut und wir waren frei.

Nach dem Kindergarten die Schule. Und der Wahnsinn ging weiter. 90% aus dem Kindergarten waren in einer Klasse. Die 1b der 66.pholytechnischen Oberschule Dresden sollte noch in vielen Mündern landen. Den wir waren immer noch wild und immer noch frei. Und wir waren Freunde.

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9 Jahre lang der Weg zur Schule und nach Hause. 6 Tage die Woche. Bei Wind und Wetter. Nachmittags der Weg zu unseren Abenteuern.

Eine Frage die ich mir bis heute stelle und bis heute keine Antwort bekommen hab. Wenn die Erwachsenen geahnt hätten was für eine Klasse sie da zusammenstellen, hätten sie es versucht zu verhindern? 🙂

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Alter Gemüseladen an der Prinaschen Landstraße

Der Gemüseladen. Wie das Angebot war, ja daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Kohl aus Mittelsachsen, Kartoffeln aus der Ukermark, Gurken aus dem Spreewald und zu Weihnachten die Bäume aus dem Erzgebirge. An was ich mich jedoch gut erinnern kann. Eines Tages stand der Anbau aus PVC in Flammen. Meter hohe Flammen, Gestank und Feuerwehr. Heiko, Olaf, Kai, Tilo, Enrico, Lars und noch viele andere Jungs kamen zu spät zum Unterricht. Man muß sich ja informieren 🙂

Ja unsere Kirche. Eigentlich waren wir nur einmal im Jahr in Ihr. Weihnachten halt. War irgendwie Pflicht und Tradition. Wir Kinder waren aber viel öfter in Ihr, nein Besser an ihr. Die Blitzableiter waren zu klettern einfach zu verlockend.

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Himmelfahrtskirche zu Dresden – Leuben. Mit Ihr haben wir die Uhr lesen gelernt.

Das Mahnmal im Vordergrund, ich hab leider vergessen, wofür es war und warum, hat aus auch als Spielplatz gedient.

Es gab und gibt natürlich noch viel viel mehr Plätze wo wir spielen, die erste Liebe endeckten, heimlich rauchten oder Selbstversuche mit Bier und Wein unternahmen.

Alles das kommt noch. Stückchen für Stückchen.

Orte der Vergangenheit Teil 1 – Das Ferienlagen

Meine Stadt, mein Leben

Was dem Kölner sein Dom, daß ist dem Dresdner seine Frauenkirche.  Sie ist der stille Star unter einem Ensemble von beeindruckenden Bauten in der Stadt. Und lange mußten die Dresdner auf diesen Star warten. _MG_0704

Mächtig und doch elegant steht sie da. Lässt ihre steinerne Kuppel in der Nacht wie am Tag leuchten.

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Sie prägt das Stadtbild, egal von wo man auf die Stadt blickt.

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Und wie jeder Star, zieht sie die Blicke auf sich.

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Es gäbe noch viel zu sagen, zu Ihr. Doch können keine Worte beschreiben was der Dresdner, sowie Besucher der Stadt bei Ihrem Anblick empfinden. Danke George Bähr für diesen wunderschönen Star. Der doch so bescheiden ist.

An meine Kindheit im Osten der Republik hab ich noch viele Erinnerungen. JA es war nicht alles schlecht im Osten.

Freundschaft wurde groß geschrieben und wird es auch heute noch. Nur leider wird dieses im Laufe der Generationen auch irgendwann einmal vorbei sein. Doch das ist ein ganz anderes Thema, ob ich dieses hier irgendwann einmal wieder aufgreifen werde, steht noch in den Sternen.

Wie dem auch sei. In der Schulzeit gab es im real existieren Sozialismus für alle Kinder die Möglichkeit einen Teil der Ferien in Ferienlagern zu verbringen. Meist war dieses von den einzelnen VEB Kombinaten betrieben.

Der Sinn dieser Ferienlager, war natürlich, einen guten kommunistischen Bürger zu erziehen, damit muß man früh genug anfangen und es darf sich nicht nur auf die Schule begrenzen. Aber irgendwie hat das jedenfalls in meinen Ferienlagern nie geklappt. Jedenfalls nicht in den Wochen, wo ich als Kind ein Teil des Ferienlagers war. Im Sommer waren wir 2 Wochen, später 3 , im Winter 1 Woche in einem dieser Ferienlager. Es war eine sehr gute Zeit. Man könnte es auch als Superjellezig, der Kölner mag mir die falsche Schreibweise verzeihen, aber so war es.

Frühsport. ja mal die ersten 2 Tage. Danach wollten die Studenten die uns betreuten doch lieber selber ausschlafen. Der morgendliche Fahnenappell war auch nur in den ersten Jahren ein fester Bestandteil der ersten 2 Tage.

Dafür nahmen Wanderungen, baden im Sommer, Schlitten fahren im Winter, später dann Party machen die Hauptaktivität ein. Es waren unbeschwerte und freie Wochen in jedem Sommerferien und Winterferien. An Dinge an die man sich gerne erinnert.

Irgendwann war man zu alt, irgendwann war ich in einem anderen Land. Das Leben hatte sich geändert. Doch irgendwann holte die Erinnerung einen wieder ein, an diese schöne Kinder und Jugendzeit.

Und so machte ich mich fast 30 Jahre später auf die Suche nach dem Ort. Um es vorweg zunehmen. Leicht war es nicht. Achtet man als Kind wenig, besonders wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, wo der Bus hinfährt. Ich wußte nur noch der Ort hatte etwas mit einem Insekt im Namen.

Zwei Jahre lang, immer wenn wir auf Besuch in meiner alten Heimat waren, suchte ich diesen Ort. Doch es war nie der richtige dabei. Und leider gab es keine Personen mehr, ich hatte die Namen der damaligen Freunde vergessen, die mir einen Tip geben konnte.

Letztes Jahr im Dezember war es dann wieder soweit, ich hatte eine neue Spur. Eine neue Idee. Und so fuhr ich los. Mit wenig Hoffnung das ich den richtigen Ort bei Google Maps gefunden hatte.

Das Navi sagte irgendwann „Rechts abbiegen dann haben sie das Ziel erreicht“. Doch es sah anders aus, nicht so wie ich es noch als Erinnerung im Kopf hatte. Doch ich fuhr die Straße weiter. Und plötzlich war es da, das Gefühl des Angekommenseins. Zwei kleine Kurven und ich war sicher.  Nach 1 km stand ich genau da wo ich die ganzen Jahre hin wollte. An den Ort der Vergangenheit.

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Ferienlager von Micromat

Nur wenig hat sich verändert in den vergangenen Jahren. Die Bäume sind größer, das Dach neuer. Die billige brit. Telefonzelle gab es auch nicht. Doch die Zeit schien still zu stehen. Und auch in mir gab es einen Zeitreise zurück. Ich sehe uns. Wie wir die Treppe hochrannten um unsere Zimmer zu beziehen. Mit 6 – 10 Jungs in einem Zimmer. In Etagenbetten. WC und Dusche auf dem Gang.  Ich glaub, ich verrate nicht neues, wenn ich hier sage, das es nach ein paar Tagen nicht gut in dem Zimmer roch. Egal wir waren Kinder und frei.

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Jedes Jahr bebte das Gebäude unter uns.

Ein Jahr war das Zimmer direkt über dem Eingang, ein anderes rechts neben der Eingangstür, ein anderes im Anbau oben. Der Speisesaal im Anbau unten. Das Essen war nicht wie bei Mama, aber wir sind alle satt geworden.

Oft sind wir im Sommer 2 – 3mal in die CSSR  (Tschechoslowakei) gewandert. Und später an Nachmittag natürlich wieder zurück. Und weil wir Kinder nie kontrolliert wurden, Trugen wir in unseren Rucksäcken das gute Böhmische Bier von unseren Betreuern. Das dabei die eine oder andere Flasche zu Bruch ging. Ja das war der Lohn für unsere Schlepperei. Heute undenkbar. Damals einfach nur eine lustige Randgeschichte.

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Natürliche Flaschenbierkühlanlange

Komischer Weise gingen die Flaschen immer nach einer Runde kühlen im Bach gegenüber von unserem Ferienlager zu Bruch wenn sie leer waren. 🙂 Nein wir haben sie nicht zerschlagen. Aber irgendeine Ausrede muß man ja haben wenn es weniger Flaschen waren :).

Bis heute kann ich nicht sagen. Ob unsere Betreuer den Schwindel wußten oder wirklich annahmen das es Verluste beim Transport gab. Es war auf alle Fälle eine WINWIN Geschichte.

An dieser Stelle möchte ich aufhören. Sonst würde dieser Blog eine Reise in die Vergangenheit.

Falls Ihr auch so schöne Erinnerungen an eure Kindheit hab, schreibt sie ruhig in die Kommentare.

 

 

 

.. ist bei Dresdner einfach unglaublich groß. Keine Stadt der Welt wird für den gebürtigen Dresdener so schön sein. Wie sein Elbflorenz, die Perle an der Elbe. Zwar Großstadt, doch mit der Ruhe der Provinz. Zwar alt mit prachtvollen Bauten aus alten Tagen, doch genauso modern wie andere.

Der Dresdener liebt seine Stadt, er schwärmt anderen davon vor. Doch wenn die Touristen zuviel werden, verlässt er die Stadt dann zeitweise lieber.

Lebt er in der Ferne, dann sind kritische Worte über seine Stadt die reinste Kriegserklärung.

 

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Georgentor
citynight -dresden2
Katholische Hofkirche mit Theaterplatz im Hintergrund
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Skyline