Müde

Irgendwie bin ich einfach nur müde. Da schläft man am Wochenende etwas länger und auch öfters. Und doch ist man einfach nur müde. Langsam aber sicher bin ich mir sicher. Mit einem Wochenende in der Woche komm ich in meinem Alter nicht mehr aus. So einen Verschnauftag bevorzugt mittwochs wäre das ideale. Glaub ich. Okay andere Leute haben es sehr viel schlechter. Das muss ich zugeben. Nur so im Allgemeinen ist es doch ein schönes Gedankenspiel. Einen zusätzlichen Tag freizuhaben.

Dabei stellt sich dann allerdings die entscheidende Frage. Verplant man diesen freien Tag dann genauso wie das eigentliche Wochenende? Alles schnell und direkt erledigen zu müssen? Oder kommt die Erkenntnis es einfach mal ein wenig ruhiger anzugehen. Mein holdes Weib würde beim Lesen dieser Wort. Nur den Kopf schütteln. „Noch ruhiger? Noch relaxter? Das geht noch?“ wären ihre Worte. Nun ja. Es geht und es würde gut gehen. Künstler wie ich es einer bin, an dieser Stelle keine komischen Kommentare bitte, brauchen zur Ausarbeitung ihrer kreativen Ideen eine gewisse Ruhe. Bevor dann operative Hektik bei der Umsetzung des Kunstwerkes einsetzt.

Man möge jetzt bitte nicht Künstler und Führungskräfte auf die gleiche Stufe stellen. Wie wir wissen kommt bei uns Künstlern vor der operativen Hektik die kreative Ruhe. Während bei Führungskräften meinst eine geistige Windstille herrscht. Dieses Phänomen kann man auch wunderbar an den Untergebenen der Führungskräfte erkennen. Wo noch mehr operative Hektik die geistige Windstille ersetzt. In der modernen Arbeitswelt sieht man das ganz deutlich an den E-Mail. Welche von den Halbgescheiten versendet werden. Je mehr Windstille um so mehr Adressaten werden mit in Kopie genommen. So erkennt jeder wie sehr der Halbgescheite sich um die Vertuschung seiner Inkompetenz bemüht.

Zu Zeiten als es noch weniger E-Mails gab. Sind diese Personen dadurch aufgefallen. Das sie sehr schnell und sehr sehr laut gesprochen haben. Wer schnell und laut schreit hat erstmal recht. Auch wenn es absoluter Unsinn war. Diese Handlung ist heute noch anzutreffen. Wo es keine E-Mails gibt. Eine recht neue Variante von Halbgescheiten. Ist der permanente Auftritt in den sozialen Plattformen. In der kein Tag vergeht, wo sie nicht ihrer Visage in die Kamera halten. Obwohl sie themenbezogen eigentlich nichts zu sagen haben. An dieser Stelle sieht man doch ganz deutlich die Evolution der verblödeten Menschen. Erst hauten sie mit der Keule um sich, dann krakeelten sie lautstark, um heute mit ihrer permanenten Anwesenheit zu nerven.  Fragt sich nun jetzt nur, ob es nicht früher besser war. Als die Spinner sich den Schädel… Okay, der Gedankengang war dann doch nicht ganz gesellschaftsfähig.

Gewaltverherrlichung und grenzenloses Streben nach Reichtum ist inzwischen ja schon gesellschaftsfähig geworden. Während anderslautende Meinung und Einstellung politischer Art da schon auf die Goldwaage gelegt werden. Diese jedoch nur das Pendel in eine Richtung ausschlagen darf. Ganz schnell ist man dann in einem Lager, aus dem man nicht mehr heraus kommt. Ich meine jetzt nicht ein fern Russisches Gulag, in das man unliebsame Meinungsäußerer am liebsten abschieben möchte. Aber nur solange sie den richtigen bundesadlerischen Pass haben. Ups nun bin ich ein Ultra. Wobei mir nun auch das Verhalten der KFZ Bändiger verständlich wird. Schön mit 98 auf der linken Spur, bevor man ein Rechter ist. So einfach ist das. Was dabei nicht einfach ist. Ist der Zeitraum in dem die sexuelle Revolution der 1960 und 70 Jahre von der religiösen Treuhandgesellschaft abgewickelt worden ist. Geht doch von der puren Nacktheit eine überpotenzielle Gefahr für die Menschheit aus. Der Anblick einer entblößten Frauenbrust, das ersichten den männlichen Gliedes. Lässt ja Barbaren entstehen. Welche die Welt in Chaos und Anarchie stürzen. Hat uns doch die Geschichte der Welt verdeutlicht. Wenn der Bauernbursche die nackten Brüste des Burgfräuleins erblickte. Brach der nächste Krieg aus. Nie aber auch nie ging es um Reichtum und Macht.

Hitler musste Polen überfallen. Da seine polnische Reinigungskraft, die nur auf 450 Reichsmark Basis beschäftigt war, frühmorgens um 4:30 Uhr sein Geschlechtsteil erblickte, als er unter der Dusche hervortrat. Die Schweden 300 Jahre vorher hatten keine andere Wahl. Nachdem ein preußischer Wanderarbeiter eine alte Wikingerin beim Nacktbaden gesehen hatte. Über die Ostsee zu fahren um Preußen, oder was auch immer dort gerade war, in die moralischen Schranken zu weisen. Die Menschen auf den europäisch-Asiatischen Kontinent mussten die recht freizügigen Indios ausrotten, bevor diese Europa unmoralisch überrennen.

Die freie Liebe und Freizügigkeit welcher unseren Großmütter, mit dem Verbrennen des Büstenhalters, grandios und gnadenlos erkämpft haben. Wir Enkel werden von Ihren Kindern mit Nachdruck in die Schmuddelecke geschoben. Um unsere Kinder nicht zu Mördern und Kriegstreibern zu erziehen. Schließlich waren Michelangelo und Rubens die größten Kriegstreiber. Mit Ihren Bildern und Skulpturen. Durch das Mädchen auf Seite 1 des Verblödungsmedium Bild und der Bravo Lovestory wurden Kriegsherrn und Massenmörder geboren.

An dieser Stelle wird mir dann sehr bewusst, wie gut wir Künstler es eigentlich haben. Wir haben die kreativen Pausen der Ruhe, mit Rotwein und Nikotingenuss. Die Zeiten also wo neue Energie der Kreativität durch den ruhenden Körper wabert. In der wir nicht mit geistiger Flaute umhertreiben.

Und nun wird mir auch klar, woher meine Müdigkeit kommt. Ist sie doch ein Zeichen der körperlichen Erschöpfung durch den gedankenreichen, verwirrenden Gedankenflusses der schöpferischen Gestaltung. Jener stundenlange Prozess der zum Abbild meines Künstlertums erscheint.

Ich danke an dieser Stelle und wünsche noch eine gute kreative Lebensphase voller Liebe und Hingabe. Zur Kunst und der Liebe.


An dieser Stelle freue ich mich gerne über eine kleine Kaffeespende. Den Kaffee ist der Energiespender aller Künstler in jeder Jahreszeit. Besonders für die, die keinen Alkohol trinken. Per Paypal einen Euro für einen Kaffee.