Workshops überbewertet.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Kunst ein guten Workshop zu finden.

Schon zweimal habe ich in den letzten Jahren ein größeres Studio in der Nähe von Köln aufgesucht. Um einen Workshop zu besuchen. Um mich im Bereich Studiotechnik und Lichführung weiter zu bilden.

Nicht um die genaue Arbeitsweise des Veranstalters zu erlernen. Sondern wirklich nur die Technik zu begreifen. Und ich wurde bitterlich enttäuscht.

Von einem Workshop war es weit entfernt. Nach einer Begrüßungsrunde und dem, für mich recht dämlichen, Vorstellung der einzelnen Teilnehmer ging es auch schon los. Der Herr Workshoper stellte das Model ins Set und knipste mal wild drauf los. Keine Angaben über seine Technik. Keine Hinweise wie und warum das Licht so oder so aufgebaut war. Man konnte seine Werke in dem Moment nur auf den Bildschirm neben dem Set ansehen.

Ist schon toll, wenn man seine Technik den anderen zeigen darf. Wie schon die Bilder wie von Geisterhand aus der Kamera direkt auf dem Mac landen. Nur das alles interessiert kaum einen Teilnehmer der den Workshop gebucht hatte. Und so war es wie beim letzten Workshop in dem Studio. Lernerfolg gleich unter NULL.

Wenn man den Teilnehmern als Teilnehmer dann Hinweise gibt. Macht es zwar Spaß, sollte aber die Aufgabe des Veranstalters sein. Überhaupt hatte man den Eindruck das der Herr des Hause lieber selbst Bilder seines Models machen wollte.

Eine Nachbesprechung um ggf den Teilnehmern Chancen zum Meinungs und Erfahrungsaustausch zu geben. Also das quasi eine Lernstandskontrolle durchgeführt wurde. Gab es einfach nicht. Es interessierte die Veranstalter überhaupt nicht, was die zahlenden Teilnehmer aus dem Workshop mitnahmen.

Am Ende war es nur ein schlichtweg überteuertes Sharring.

Fazit: wenig empfehlenswert. Besonders wenn man, laut Vertrag. Das Studio noch bei der Veröffentlichung der Bilder nennen soll. Soll man für einen schlechte Leistung auch noch Werbung machen? Ich jedenfalls nicht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
The Wall

Es war jedoch nicht die einzigen Workshops die ich im Laufe der letzten Jahre besucht habe.

Vor 2 Jahre hab ich bei einem Anbieter in Wuppertal einen Workshop zum Thema Regenshooting gemacht. Dort wurde noch am Anfang ein wenig Grundwissen im Thema Regenanlagen und Regenshootings gegeben. Und auch über die verschiedenen Techniken gesprochen. Der Mehrwert war bis dahin auf jeden Fall besser. Eine anschließende Bildbesprechung, was zugegeben nicht jedermans Sache ist. Auch ich mag es nicht unbedingt, gehört aber dazu. Fand damals nicht statt. Jedoch gab es ein wenig Schreibmaterial für Notizen dazu.

Ein wirklich guter Workshop liefert ein komplettes Paket. Wo einem Grundlagen erzählt werden, Bilder mit verschiedenen Situationen gemacht werden und am Ende auch eine Nachbesprechung stattfindet. Dazu ein paar wichtige Unterlagen in schriftlicher Form. Damit der Teilnehmer auch was zum Nachschlagen kann. Ich spreche da nicht von Hochglanzunterlagen die mehr Werbung als Inhalt haben. Es reichen auch gute Kopien.

Doch leider ist es im Bereich der Fotografie üblich geworden. Interessenten mit teuren Workshops, MasterClass Camps, Fotoreisen und dem x-hundertsen Magazin. So schnell über den Tisch zu ziehen, das die Reibungswärme als Nestwärme empfunden wird.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
The House

Die für mich ganz vorn in den Top Ten der Fotografen Abzocke. Erlebte ich jedoch auf Facebook. Dort postete einer unter einam Betrag „Ich kann dir helfen in der Fotografie besser zu werden.“ Natürlich wurde ich hellhörig und meldete mich auf sein Posting.

Die Antwort war ernüchternd. „Schau mal auf meine Page und Informiere dich was ich dir an Leistungen anbieten an.“

Tja und dann?  Ein jünger von C. Hollywood und seinem Motivationslabberheini. Viel Papier in Buchform. Mit noch mehr Gerede bei minimalen Inhalt.

Und dann kam etwas , was man sich nicht ausdenken kann. Jener nette geldhungrige Fotograf und Busnisstrainer. Jener Jünger der viel schwatzenden YouTube Ikone und dessen labernden Erfolgstrainer. Also diese jenige war oder ist aktiv aus dem oben besagten Fotostudio nahe Köln.

Was dann eigentlich nur die Vermutung bestätigt. Viel Geld verlangen für wenig Leistungsabgabe.

Der Workshop kostete seiner Zeit 160 €.  Dafür kann man mindestens zwei Sharrings besuchen. Bei den am um ein Vielfach mehr an Informationen, Hinweisen und Hilfestellung bekommt.

Achtet genau darauf wo und wofür ihr Eure Geld in Workshops oder ähnliches ausgebt. Eine große Präsens in Facebook, Instagram und Co. Mit vielen Followern ist keine Garantie für gute Workshops.

100 positive und keine einzig neutrale oder gar negative Bewertung. Sollte Euch auch stutzig machen. Bei jeden Kauf im Internet schaut ihr nach Bewertung. Fallen diese zu gut aus . Werdet ihr misstrauisch und das mit Recht. Warum nicht bei den ganzen Workshops und Fotoreisen? Müßt ihr den gleichen Stil fotografieren wie die Anbieter der ganzen Workshops?  Habt ihr keine eigenen Ideen?  Oder einfach zu viel Geld?

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
The Hall

Und was haben die Bilder in diesen Text verloren?

Es sind Kunstwerke. Kunstwerke der modernen Architektur. Den es ist eine Kunst gute und preiswerte Lehrer für Fotografie zu finden.  Preiswert ist das, wo Nutzen und Kosten im vernünftigen Verhältnis stehen.