Wiederholungstäter

Es ist fünf Tage her, das ich die schöne Eifel besucht habe. Um den keinen Dreimühlen Wasserfall im Bild abzulichten. Fünf Tage in dem tagsüber genau wie nachts knackige Temperaturen um Minusbereich waren. Fünf Tage und Nächte in dem, so meine Hoffnung, die Eiszapfen wunderbar wachsen konnten. Um den kleinen süßen Wasserfall noch mehr zu Stillstand bringen würden. Dabei ist Stillstand das voll komme falsche Wort. Wasser sucht sich seinen Weg wenn irgendwas im Wege ist. Vielleicht nicht direkt am Anfang, man denke da an Staustufen, doch wenn das Hindernis überwunden, dann. Ja dann sucht es und findet es neue Wege. Oftmals zu Ärger der dummen Menschen. Und der Mensch ist dumm, verschwendet er genau die Dinge in seinem Leben, welche absolut endlich sind. Geld zum Beispiel könnte er verschwenden, ist es doch nur ein Bruchteil dessen Wert, was aufgedruckt oder geprägt ist. Es lässt sich relativ leicht herstellen. Gut da haben Leute die viel davon haben etwas dagegen. Aber eigentlich haben sie nur Ansammlung von wertlosem Wertpapier. Doch zurück zu den kleinen Wasserfall.

Sonntag früh um kurz nach fünf, schon wieder diese Zahl, treibt mich die senile Bettflucht aus der warmen weichen Kiste. Und das zu einer Zeit wo ich noch gut eine Stunde hätte schlafen können. Den ich hatte einen Plan. Zu schauen was in fünf Tagen am Wasserfall entstanden ist. Bevor ich jedoch im Auto sahs, verging dann doch eine ganze Stunde und mehr. Kennt ihr das. Wenn Euch die Kaffeetasse morgens festhält. Man kommt einfach nicht weg. So war es heute Morgen auch bei mir. Nach zwei Bechern Heßen konnte ich dann endlich los. Das Tageslicht war auch schon vorhanden. Und bei einer eingefrorener Scheibenwaschanlage ist Tageslicht ein toller Vorteil für die Sichtweise. Wer allerdings spät losfährt hat das Pech am Zielort einen vollen Parkplatz zu finden. Ich hatte Glück, konnte noch einen der Wanderweg nahen Plätze ergattern.

Und schnurstracks machte ich mich auf den Weg zum Wasserfall. Auf bequemen und kurzen Weg. Kurz bevor ich am Ziel ankam konnte ich schon erahnen, was mich erwarten würde. Die ersten schwerbewaffneten Fotografen standen am Wegesrand. Ein Schaulaufen der modernen Fototechnik aller möglichen Hersteller. Um es kurz zu sagen, es war voll. Kaum ein Platz wo kein Objektiv auf einem Stativ montiert war. Kaum ein Platz wo nicht das Smartphon hingehalten wurde. Und ich gesellte mich auch noch dazu. Einer von vielen und doch einer der anders war. Doch dazu später mehr.

Das späte Erscheinen an dem Wasserfall hatte auch einen Vorteil. Die Wintersonne schob sich langsam über die Bäume. Und ließ das Eis prächtig leuchten. Fast schon zu prächtig. Wie Milliarden Diamanten glitzerte es im Bach. Strahlte mit der Sonne um die Wette.

Doch nach 1,5h musste ich mich langsam auf den Heimweg machen. Ich stand nicht unter Zeitdruck, auch das Wetter war kaiserlich gut. Doch der Körper, als mein Dirk Bach Body machte nicht mehr so ganz mit. Was weniger am Gewicht lag, mehr war es der Tatsache geschuldet. Das mein Hinterteil eine harte Begegnung mit dem Eis auf der Brücke hatte.

Drei oder viermal war ich vor Tagen über diese Brücke gelaufen. Die bereits vor fünf Tagen vereist war. Bei der ersten Überquerung heute Morgen zog es mir einfach die Füße weg. Es gab kein Halten mehr, statt mich abzufangen oder verzweifelt festzuhalten, schütze ich die Bildertechnik. Wie ein edler Ritter, löblich aber sinnfrei.

Auf den ganz langen Rückweg, Variante 3 aller Wanderweg von meinem Parkplatz. Konnte ich es mir dann doch nicht nehmen lassen. Noch weitere Fotografien anzufertigen. Mehr als Schmerzen am Hinterteil kann man ja nicht haben. Gut besonders beweglich sieht man dabei nicht aus. Doch irgendwas ist ja immer.

Die Fahrt nach Hause war dann weniger schön. Doch selbst da musste noch das eine oder andere Bild gemacht werden. Und da ich als Fotoreisegepäck ständig Kocher, Kessel, Becher, Löffel, Wasser und Instantkaffee an Bord habe. Gab es zwischendurch einen Becher Heßen mit Blick auf die Eifel Landschaft.


An dieser Stelle freue ich mich gerne über eine kleine Medizinspende. Für den geschundenen Bildermacher, der die Zähne zusammen beißt. Per Paypal einen Euro für eine Aspirin.