Wegesrand

Meistens sitz ich am Steuer eines Fahrzeuges. Und als Fahrer eines KFZ hat man den Blick auf der Straße oder den Rückspiegel. Jedenfalls meistens.  Leider ist es heute landauf landab modern hübsche neue Umgehungsstraßen zu bauen. Dummerweise ohne  Pannenstreifen und Parkplätzen. Dafür mit mehr oder weniger hässlichen Lärmschutzwänden. So bleibt der Blick auf die Umgebung oft verwehrt. So finden die Augen nicht die wunderbaren Motive. Welche sich lohnen auf den Sensor gebrannt zu werden.

Oft, so muss ich zu geben. Bin ich auch viel zu sehr in Eile. Um die schönen Motive wirklich zu sehen. Finde sich keine Stelle, um das KFZ sicher abzustellen.  Manchmal wünscht man sich einfach einen Fahrer. Der das KFZ sichert. Oder damit man selbst in Ruhe die Augen streifen lassen kann.

Oft nehme ich mir vor. „Fahr langsamer.“  „Nimm dir einfach mehr Zeit.“ oder „Warum  fahr ich nicht mit dem Rad.“ Doch genau so oft, wie ich das mir vornehme. Genauso oft klappen diese Vorsätze überhaupt nicht. Leider, leider.

Dieses Mal war es allerdings fast perfekt. Als unbeteiligter Co-Pilot ließ ich mich durch das leicht hügelige Niederösterreich fahren. Es gib von einem Vorort von Wien Richtung Tschechien. Leicht hügelig ist allerdings auch ein wenig untertrieben. Mich persönlich erinnerte es  an Mittelsachsen. Hügel und Täler die sanft geschwunden waren. Und dabei ihre wahre Größe geschickt zu verbergen.

Wälder und Felder in stetigen wechsel. Ich muss zugeben ein schönes Fleckchen Erde. Da in Niederösterreich und in Mittelsachsen. Den Erzählungen des Piloten hörte ich aufmerksam zu.  Und doch streiften die Augen über die Landschaft. Bis ich jenes Gebäude erblickte.

STOP Stop. Halte es durch den Wagen. Der Pilot ein wenig verwundet. Lenkte den Wagen an den Straßenrand. Damit ich samt Kamera aus dem KFZ klettern konnte. Um dieses Motiv gekonnt ablichten konnte. Fast genauso hatte ich es mir immer vorgestellt. Also nicht das Motiv, sondern die Tatsache wie man es findet. Und ablichten kann.

Der aufmerksame Leser hat an dieser Stelle. Zu seiner Verwunderung festgestellt. Das in diesem doch recht kurzem Text. Schon zweimal, dass Wort fast gefallen ist. Stimmt. Es wäre richtig gut gewesen, wenn das Wetter und/oder die Jahreszeit ein wenig anders gewesen wäre. Die Fahrt durch das schöne Niederösterreich. Fand im Februar 2020 statt. 2 Wochen bevor der Corona-Wahnsinn ausgebrochen ist. Bilder im Winter, Winter auch ohne Schnee, können wunderschön sein. Wenn das Wetter passt. Aber ein trübes Winterwetter, wo sich die Sonne nicht so richtig entscheiden kann. Zu scheinen oder doch hinter der grauen Wolkenmatsche zu bleiben. Ist alles andere als schön.

Kein saftige Grün, kein leuchtendes Blau nur blasses Grau in Grau. Da musste am Ende doch ein wenig Photogeshopt werden. Um dieses kleine und recht ansehnliche Bildchen entstehen zu lassen.

Nachdem ich wieder als Co-Pilot im Kfz Platz genommen hatte. Fragte ich den Piloten was dieses Gebäude einmal war. Er konnte es mir nicht sagen. Auch unsere gemeinsame Suche im Web. Brachte keine Ergebnisse. Muss man den alles wissen? Ist es nicht schöner sich seine Gedanken zu machen. Fantasien  im Kopf, entwickeln kreative Ideen.

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