Voll daneben

Im März bin ich auf die Glorreiche Idee gekommen. Die besten Bilder der letzten zwei Jahre in einen kleinen Bildband zu packen.

Die Vorarbeit zu diesem Bildband waren nicht gering. Das Aussortieren und Aussuchen der richtigen Bilder. Hat schon einige Zeit in Anspruch genommen. Aber es sollte ja gut werden. Und die schönsten Bilder zeigen. Layout und Sortierung wurden dann über das Drucktool in Lightroom vorgenommen. Adobe hat eine Schnittstelle für den Buchdruck in Zusammenarbeit mit Blurb in Lightroom eingebaut. An sich eine feine Sache. Schnell konnte damit auch ein erstes Exemplar geordert werden. Damit ich mir die Qualität des Druckes ansehen und bewerten kann.

Natürlich lässt sich Blurb das auch recht gut bezahlen. Nun ja. Umsonst ist bekanntlich der Tod. Und selbst der kostet das Leben.

Nach etwas über einer Woche. Wurde mein Bildband auch geliefert. Qualitativ ist es vollkommen in Ordnung. Da gibt es nichts zu meckern.

Wie es aber in diesen Zeiten ist. Nur ein Bildband liefern ist den Anbietern natürlich zu wenig. Und so flattern relativ schnell Werbung von Blurb in das Email Postfach. Mit vollmundigen Versprechen „Mit uns verkaufen sie Ihr Buch weltweit. Über Blurb und sogar Amazon.“

Mhh warum nicht den Freunden, Liebhaber und Kunstkennern meiner Bilder. Einen Bildband anbieten? Zum Selbstkostenpreis. Ja ich gebe zu, das Wort Kunstkenner ist ein wenig übertrieben. Nur ist mir gerade kein anderes Wort eingefallen.

Selbstkostenpreis im wahrsten Sinne des Wortes. Den auch der digitale Druck von solchen Bildbänden und Büchern. Ist auch im Selbstvertrieb alles andere als günstig.  Der Gewinn, wenn man davon überhaupt reden kann. Liegt so bei 25 Eurocent bis maximal 1,50 Euro. Besonders, wenn man auf eine gute Qualität achtet und seinen möglichen Kunden kein Bildband aus Kopierpapier anbieten will.

Okay. Dachte ich mir, warum nicht. Die Vorkosten sind gering. Die Qualität ist gut. Und ich hab mit dem Vertrieb wenig zu tun. Bestellung, Herstellung und Versand übernimmt Blurb selbst. Ich bekomme dann pro Exemplar halt 50 Eurocent. Ist okay, denn reich werden will ich damit nicht.

Gesagt getan. Und so wurde alles Vorbereitet um den Bildband online verkaufen zu können. Ein zwei Tage war das nur bei Blurb selbst möglich. Dann aber kam die Mitteilung. Das dieser kleine Bildband nun auch bei Amazon gelistet wird.

Aufgeregt schaute ich sofort bei Amazon.de nach. Doch nichts war zu finden. Weder unter den Buchtitel noch unter meinem Namen. Bin ich zu blöd den Bildband zu finden? Ich wartete noch drei Tage. Doch immer noch immer war der Bildband nicht gelistet.

Blurb sagte mir per Internetseite. Das es bei Amazon zu erwerben ist. Und dann sah ich es.

AMAZON.COM

Uff. Okay dann halt auf der englischen Seite für Kunden aus US, CAN und UK. Macht ja nichts. Und vielleicht mögen auch Leute aus diesen Ländern meine Bilder. Und für meine Leser aus D, A, CH, NL oder sonst woher. Kann ich ja einen Link auf die Seite von Amazon.com setzten.

Doch was mussten meine Augen sehen?

Bildschirmfoto Buch

Versand nach German nicht möglich. Einen anderen Anbieter als Blurb gibt es ja nicht. Wie auch? Was nützt es mir, wenn kein Mensch in Europa außerhalb von UK den Bildband erwerben kann? Nichts, überhaupt nichts. Blurb bietet seinen Kunden nicht einmal an. Auszusuchen, wo man den Bildband bei Amazon eingetragen haben möchte. Ob auf COM, DE, AT, NL, CH oder gar RU. Nichts dergleichen ist machbar.

Ganz schwach für einen Anbieter der sich Globalplayer nennt. Deutsche Firmen die sich den Selbstverlag auf die Fahnen geschrieben haben. Sind da um einiges besser. Mein Heftchen mit den Kurzkrimis. Ist bei Amazone.de zu finden. Lustigerweise auch noch doppelt.

Mein Fazit der ganzen Aktion: Für Einzelexemplare ist Blurb okay. Teuer aber die Qualität ist gut. Für den Selbstverlag nicht englischsprachiger Europäer nicht geeignet.