Photoshop

Ja auch ich hab dieses Programm. Und ja auch ich nutze es. Jedoch im Gegensatz zu manch anderen. Nur sehr wenig. Eigentlich ist es Geldvernichtung, wenn ich jeden Monat für das Abo bezahle. Nutze ich die 1000 Funktionen von Photoshop nur sehr begrenzt.

Diese ist nicht der Tatsache geschuldet. Dass ich mit dem Programm nicht umgehen kann. Vielmehr ist es meine Arbeitsweise in der Fotografie. Sowie mein Verständnis von guten Bildwerken.

Bei der Arbeitsweise hab ich schon das eine oder andere Model zur Verzweiflung gebracht. Da ich oft mit der Lichtführung und Lichteinstellung experimentiere. Bis das gewünschte Licht vorhanden ist. Danach erst wird das Model posiert.

Sicher hab ich ein Grundset zu Beginn eines jeden Shootings. Jedoch rücke ich im Verlauf des Shootings davon immer mehr ab. Meist um eine andere Lichtführung zu haben. Um dem Ziel Stück für Stück näherzukommen.

Mir ist es wichtig im Shooting das alles zu erreichen. Was am Ende auf dem fertigen Bild zu sehen ist. Und ich mag die Natürlichkeit des Models. Was nicht bei jeden Modeln auf Gegenliebe stößt. Den egal wie die Models live aussehen. Am Ende möchten sie 5 10 15 Jahre jünger, straffer und mit mal mehr mal weniger Rundungen auf den Bildern zu sehen sein.

Und an der Stelle bin ich raus. Ich fotografiere die Person so, wie sie ist. Rücke sie dabei in ein möglich gutes Licht. Doch ich ändere nicht das, was diese Persönlichkeit ausmacht.

Wenn ich ein schlankes Model in einer gewissen Pose, mit einem bestimmten Outfit ablichten möchte. Da arbeite ich nicht mit einem Full size Model zusammen. Damit ich nach dem Shooting stundenlang am PC sitzen darf.

Dass ich mit dieser Meinung bis auf wenige Ausnahmen alleine stehe. Ist mir mehr als klar. Und ich kann inzwischen damit auch recht gut leben. Auch das ich dadurch auf verschiedenen Plattformen nicht die Reichweite bekomme. Wie Fotografen, die eine perfekte Beauty Retusche mit Photoshop ausarbeiten.

Der perfekte Umgang mit Photoshop macht den Fotografen im Set nicht besser. Es verbessert nicht die Leistungen mit Kamera, Lichtführung sowie Modelführung. Den wie oft hört man den Satz „Den Rest mach ich in Photoshop.“

Warum nicht direkt im Set? Warum ändert man dann nicht Pose, Blickwinkel und Belichtungszeit? Kann man es nicht? Oder ist es gar zu mühevoll?

Es gibt Fotografen die haben als Vorbereitung für ihre Retuschen. Raufasertapete fotografiert. Um die Struktur aus Hautstruktur in ihren Bildern zu verwenden. Sieht man hinterher nicht. Man sieht nur eine extrem glatte und gleichmäßige Haut des Models. Ohne jegliche Hautverunreinigung oder gar Fältchen. Im Grunde ein Gesicht wie eine Maske. Für mich absolut unnatürlich.

Die Schönheit der Natur ist überwältigend. Doch sie ist nicht perfekt. Kein Blütenblatt einer Rose. Ist gleich dem anderen. Der Farbverlauf dieser Blätter ist unterschiedlich. Die Ränder von Blatt zu Blatt variieren. Und doch ist die Blume ein Kunstwerk der Natur. Warum sehen wir das beim Menschen anders? Warum muss alles perfekt bis in die kleinste Hautpore sein?

Photoshop ist ein tolles Programm. Für Grafiker oder Bildkünstler. Jene Menschen die Composings machen. Unnatürliche Bilder. Auch für Produktfotografie ist das Programm bestens geeignet. In der Peoplefotografie hat es so gut wie nichts verloren.

IMG_1587

Kleine Korrekturen im Bild mit Photoshop zu beseitigen ist legitim. Die Steckdose an der Wand hinter dem Model. Mit Photoshop zu beseitigen ist okay. Den Pinkel zu entfernen, der Morgen wieder weg ist. Ist auch noch im Rahmen. Und vielleicht noch den Helligkeitsverlauf anzupassen. Weil der geeignete Lichtformer nicht zur Verfügung stand.

Dafür kann man Photoshop verwenden. Und so verwende ich es. Den eines lernt man mit Photoshop nicht.

Vernüftige und schöne Bilder zumachen.