Pflicht

Ich wusste heute nicht ob ich lachen, heulen oder mich einfach nur umfallen lassen sollte. Damit der Kopf aufschlägt und es für einen kurzen Moment einfach nur dunkel und ruhig wird.

Wo bei ich echt weich gefallen wäre. Englischer Rasen ist auch am Niederrhein sowas von weich. Ein Traum.

Doch zurück warum ich zwischen Lachanfall und Verzweiflung war. Seit Woche hatte ich einen Besuch zwecks Bilderstellung geplant. Es sollte nach Kleve zum flächengrößten Friedhof für die britischen Soldaten gehen.

Mal war das Wetter schlecht, mal hat die Kaffeetasse mich festgehalten. Und oft bin ich schlicht und ergreifend nicht aus dem Bett gekommen. Gut was soll man in Coronazeiten auch sonst machen. Nichts hat geöffnet. Und wenn man doch einmal unterwegs ist.

Gibt es oftmals ein klitzekleines Entsorgungsproblem. Die Leute welche mal Abends durch die Stadt, welche es auch immer war, gelaufen sind. Werden dieses Problem kennen.

Sucht mal ein WC welches es Euch erlaubt, Euch zu erleichtern. Ohne vorher einen Schnelltest durchzuführen. Es kann zu einem Spießrutenlauf werden.

Ich hatte die Entsorgungsproblematik an diesem Tage erfolgreich abgewickelt. Es sollte daher nicht zu einem drückenden Problem werden. Und so startete ich frohen Mutes und großer Erwartung die Reise an den Niederrhein.

Der fängt zwar fast vor der Haustüre an, ist aber verdammt langgezogen. Knapp etwas über eine Stunde gemütliches Schlendern über die bundesdeutsche Autobahn sprechen Entfernungstechnisch eine deutliche Sprache. Ja ich bin wirklich entspannt gerollt, hab ich doch keine Lust mehr an den Kriegshandlung auf deutschen Autobahnen teilzunehmen. Bei 110 – 120 km pro Stunde kann man sich den Wahnsinn ganz in Ruhe ansehen. Und kommt entspannt ans Ziel.

Am Ziel angekommen, gab es auch einen wunderschönen freien Parkplatz. Also der Parkplatz war schön leer. Eine Parkfläche zu finden war allerdings schwierig. Schließlich sah der Parkplatz aus wie die mecklenburgische Seenplatte. Doch auch das war irgendwann gemeistert.

Bewaffnet mit der kleinen Kamera und guter Laune betrat. Ich den Soldatenfriedhof. Die nächste Stunde ist eigentlich nichts Auffallendes passiert. Ich wanderte durch die Reihen, lass Namen und Alter. Machte hier und da Bilder. Genoss die Ruhe und meine Gedanken.

Der Weg ins eigene Innere.

Just bis zu dem Moment als ich den Weg Richtung Ausgang einschlug, war alles in bestem Gleichgewicht. Und mit langsamen Schritten lief ich über obenerwähnten englischen Rasen. Ich schritt sprichwörtlich wie auf Wolken daher.

Dabei kam mir ein Pärchen mittleren Alters entgegen. Also in meinem Alter. Ob sie in einem Verhältnis standen hab ich nicht erfahren. Wenn dem so ist, tut er mir leid.

Entfernung mindesten 2,5 Meter. So wollte ich diese Paar passieren. Nicht ahnend, keifte mich die Frau plötzlich an.

„Sie müssen hier Maske tragen.“

Was? Wie? Hääääää ????

Ich schaute diese Frau mit dem Geschichtsfilter FFP2 in Weiß an. Und war nur verblüfft. Ihr Begleiter, drehte sich einfach nur weg. Als wollte er nicht erkannt werden.

„Maske im Freien? Hier auf einem Friedhof? Wenn soll ich, wenn ich es den habe, anstecken? Die Grabsteine? Den Rasen? Die Toten werd ich kaum anstecken.“

Doch sie ließ sich nicht belehren. Und keifte nun energischer weiter. Von Corona, Masken, Ansteckung und Sorgfaltspflicht.

Ich wusste nicht, ob ich lachen, heulen oder sowas tun sollte. Und dann schaute ich sie an.

„Sie wissen aber schon das sie im Straßenverkehr den Sicherheitsgurt anlegen müssen? Und wir befinden uns doch im öffentlichen Raum. Also Gurt anlegen.“

Sie schaut mehr als dümmlich, ihr Begleiter drehte sich noch weiter weg. Man sah es förmlich wie er gegen das Lachen ankämpfen musste. Ich hingegen winkte der Dame fröhlich zu. Und setzte meinen Weg fort.

Ab dem Moment war ich mir zu hundert Prozent sicher. Viele Lockdowns, gefilterte Atemluft und die Medienberichterstattung haben keine gute Auswirkung auf das menschliche Hirn.

P.S. Bilder von dem Besuch gibt es demnächst auf diesem Blog


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