Werbeanzeigen

Zwischen Mittagstisch und Kaffeetafel

Es ist Samstag und wie an jeden eines solchen Tages ist der hochbegabte aber erfolglose Fotograf in das Familienleben stark eingebunden.
Einerseits möchte die beste aller Ehefrauen das der Hochbegabte den Klaufix mit Grünabfällen leert. Was ihm, also den Hochbegabten sogar Spaß macht. Den merkwürdigerweise macht es den Hochbegabten immer eine unheimliche Freude, altes Zeug was seit Jahren nicht mehr benötigt wird zu den entsprechenden Sammelstellen zu bringen. Es ist für ihn das Zeichen das wieder Platz für neue Sachen entsteht.
Es ist nicht so das der Hochbegabte ständig alles wegwerfen will um dann in einen Kaufrausch zu verfallen. Im Gegenteil oft hängt er an gewissen Sachen. Doch im Laufe der Zeit, ist es halt Zeit sich von Dingen zu trennen. Ob es sich dabei um materiale Dinge oder Personen handelt ist fast einerlei.

Nüchtern betrachtet, was macht man mit T-Shirts und Pullover die seit 20 jähren im Schrank liegen, man zieht diese doch nicht mehr an. Und da der Schrank irgendwann einmal voll ist, trägt der Hochbegabte nur die gleichen Sachen aus der ersten Reihe. So geht es jedoch auch mit anderen Sachen und Dingen aus dem täglichen Leben.
Jeder begabter Heimwerker, also das Gegenteil von dem Hochbegabten, sammelt in seiner Heimwerkertätigkeit, Schrauben, Nägel, Leisten, Winkel Bohrmaschinen und Akkuschrauber. Man füllt ganze Keller und Garagen mit diesem Zeug. Um hinterher wen man es braucht. Doch in den nächsten Baumarkt zufahren um sich das passende zu kaufen. Weil man den passenden Winkel dann doch nicht findet. Um ihn dann zu finden wenn man das Projekt abgeschlossen hat.
Doch das sein hier nur am Rande erwähnt.

Nach der Entsorgungsfahrt und dem dadurch gewonnenen Platz, geht es mit der allerbesten aller Ehefrauen und der talentierten Musikerin Richtung Stadt. Die Talentierte wird zur Probe gebracht, der Hochbegabte und die Allerbeste erledigen den wöchentlichen Einkauf. Was öfters den vorher erreichten Platzgewinn absurdum werden lässt. Doch dafür hat der Hochbegabte nach Monaten wieder das Vergnügen zur Entsorgung fahren zu dürfen.

Nach dem wöchentlichen Einkauf, dem übrigens demnächst ein eigener Artikel zu Teil wird, geht es Heimwärts. Einkäufe heimbringen damit die Vorräte für die nächste Versorgungsunsicherheit aufgestockt werden können. Gibt es meist ein Gaffe und ne Gippe (säch. Kaffee und Zigarette), um danach die Talentierte von Probe und musikalischer Ausbildung abzuholen. Zu Hause wieder angekommen ist es zeit für eine warme Mahlzeit in geselliger Familienrunde. Und danach fängt es an, das beste am Tag. Das worüber dieser Artikel handelt auch wen die Einleitung mal wieder viel zu lang geworden ist.

Es ist die Zeit zwischen Mittagessen und Kaffee. Eine Zeit die normalerweise den Menschen ein wenig Ruhe geben soll. Eine Zeit wo Kalorien sind in Zentimeter umwandeln. Eine Zeit in der Hosen und Hemden plötzlich zu eng werden. Eine Zeit in der Gedanken der kreativ werden. Eine Zeit in der Ideen zu neuen Projekten entstehen. Und eine Zeit der absoluten Ruhe. Wenn der Nachbar nicht der Meinung ist, diese Ruhe mit Kettensäge, Hammer oder Rasenmäher jäh zu stören. Die Zeit wo das Mittagessen noch nicht verdaut ist , dafür der Kuchen am Kaffeetisch mit zusätzlichen Zentimetern auf den Hüften aufwartet.
Es ist die Zeit, bei der die allerbeste aller Ehefrauen nach über 20 Jahren getrauter Gemeinsamkeit und noch mehr Jahren gemeinsamen Lebens, immer noch kopfschüttelnd vor den Hochbegabten steht. Eine Zeit wo die talentierte Musikerin leise, wenn nicht sogar vorsichtig den Hochbegabten anspricht und die Türe leise schliesst wenn keine Antwort erfolgt.

Es ist eine fantastische Zeit.

Früher in der Kinderzeit, tief im Osten der Republik, hat der damals noch nicht Hochbegabte aber schon Erfolglose diese Zeit gehasst. Es war ihm ein Grauen. Doch er wurde dazu genötigt, nein sogar gezwungen. Im Nachhinein die richtige Entscheidung seiner geliebten Eltern.

Viele Jahre, inzwischen im Westen der Republik als Entwicklungshelfer in sächsischer Lebensweise und Gemütlichkeit , hat er diese Zeit nicht dafür genutzt. Da war er in der Zeit zwischen Mittag und Kaffee mit anderen nützlichen und unnützen Dingen beschäftigt. Doch irgendwann, die körperliche Leistung war im tiefroten Bereich angekommen. Da besann er sich auf diesen Zeitraum.

Es war eine Wohltat, es war wie ein neues Leben, es war der Zugewinn von Energie und Tatendrang, die Entstehung der Kreativität.
Am Anfang von der besten aller Ehefrauen noch milde belächelt, später dann oft genervt. Und heute als notwendiges Übel angesehen. Teil sie leider nicht die Einstellung zu dieser Zeit des Tages am Wochenende oder gar im Urlaub.
Der Hochbegabte aber nimmt sich diese Zeit, nimmt sich diese kleine Auszeit. Sie ist inzwischen ein Muß.

Die Welt teilt sich in Menschen die wie der Hochbegabte diesen Zeitraum so nutzt und Menschen wie die Allerbeste. Welche diesen Zeitraum mit Produktivität nutzen. Vielleicht kommen die letzteren später einmal zu der Erkenntnis.

Mittagsschlaf, früher gehasst. Heute ein Hochgenuss.

Werbeanzeigen

Und was sagst du dazu :)

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

von Anders Noren.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: