Randnotizen

Gedanken

Während der Hochbegabte an einer weiteren Geschichte schreibt. Diesmal keine mörderische Kurzgeschichte, sondern mehr ein Roman. Wenn es den wirklich ein Roman wird, was sich noch nicht so genau abzeichnet. Fallen mir die alten Geschichten ein.

Warum mir diese Geschichten einfallen, ist ganz einfach zu erklären. Ich verwende Namen auf meinem gesamten Leben. Um den Personen in meinen kleinen Geschichten ein Bild zu zuordnen. Etwas was mir das Schreiben erleichtert. Doch jedesmal, wenn ich einer dieser Figuren einen Namen und somit auch ein Gesicht gebe. Kommen die Gedanken an die alten Geschichten.

Es sind eigentlich gar keine Geschichten, es sind Momente aus meinem Leben. Momente mit Freunden, mit Bekannten, mit Leuten die man als Freunde bezeichnet hat, die es am Ende doch nicht waren, mit Freunden die sich dann abgewendet haben, oder man selber die berühmte Reißleine gezogen hat. Es sind die Momente die von Kollegen geprägt waren.

Alle diese Momente die im Laufe der Zeit zu Geschichten geworden sind. Es sind viele davon die sich im meinem Kopf aus der Vergesslichkeit lösen. Die sich wieder aus dem grauen Schleier der Vergangenheit in grelle Farben verwandeln.

Jeder neue Erinnerung zieht hinter sich eine neue Erinnerung hinterher. Es gibt so manchen Abend wo das einschlafen schwerfällt. Wo die Gedanken an alte Weggefährten und die alten Geschichten immer neue Namen auf den Plan rufen. Neue Namen neue Geschichten.

An der Stelle möchte ich mich bei allen Leuten im Vorfeld schon einmal entschuldigen, die ich in irgendeiner Weise erwähne. Sei es mit Namen oder das man sich in dieser Geschichte wiederfindet. Als Entschuldigung kann ich nur sagen. Personen die mir einfallen, dessen Namen ich noch weiss, sind alles Menschen die mich in irgendeiner Art positiv beeinflußt haben. Manchmal nicht sofort, oft nach vielen Jahren erst. Doch es sind Personen die ich nur in guter Erinnerung habe.

Und plötzlich wurde dem Hochbegabten bewußt das er langsam alt wird. Es ist noch nicht das Alter was einem dazu aufmuntert über das Ableben nach zu denken. Das was dahinter kommt schon geregelt zu haben. Es ist das Alter wo man merkt das es langsam Zeit ist über die Lebensträume nach zu denken.

Es ist allerdings auch das Alter wo man nicht mehr so leicht einfach abbiegt und einen ganz anderen Lebensweg beschreiten kann.

Alles zusammen sind Gedanken. Gedanken die einem am einschlafen hindert. Die plötzlich mehr Fragen als Antworten haben.

Licht an Licht aus

Die Zigarette ist zu Ende geraucht. Der Hochbegabte aber erfolglose steckt die Kippe in eine zum Aschenbecher umfunktionierte Blumenvase. Vorsichtig öffnet er die Tür zum Wintergarten und schlüpft schnell in diesen. Die Uhr zeigt inzwischen 21:00h an, es wird eine kurze Nacht denkt er sich. Raus aus den Klamotten, Licht aus und rein ins Wintergartenbett. Der Koffer ist gepackt und die Fotoausrüstung ist auch verstaut. In 8 Stunden wird der Wecker klingeln, dann ist eine Woche Urlaub an der Ostsee vorbei und es geht heim ins Rheinland. Kaum das der Hochbegabte liegt,fällt ihm auf, das Fenster ist noch zu. Und die Rollos sind noch nicht unten. Also mühsam wieder aus dem Bett gekrabbelt. Fenster auf , geht ja zum Glück mit Fliegennetz gut. Rollos runter. Ab ins Bett.

Augen zu und schlafen. Ja schlafen würde er jetzt gerne, den morgen würden es anstrengende 760 km werden. Ist aber auch blöd geplant von ihm auf einem Freitag, wo es noch ein langes Wochenende für viele anderen ist, zurück zur Familie zu fahren.  Egal muß er durch. Augen zu, Welt aus.

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Hinter Mamas Garten fängt Kranichhausen an.

Nur Ruhe gibt es nicht. Seine Freunde die Kraniche finden es lustig die Nacht mit zahlreichen Geschrei laut zu machen. Nur unterbrochen von dem wütenden Geschnatter der Wildgänse. Von Ruhe keine Spur. Natur pur.

An Schlaf ist nicht zu denken. Und so steht der Hochbegabte wieder auf, holt den Lappi aus dem Gepäck, zieht sich den Jogginganzug wieder an. Da man eh nicht schlafen kann, kann man die Zeit auch sinnvoll nutzen und einen Blogbeitrag schreiben. Bilder sind ja nun genug vorhanden.

Beim schreiben hat der Hochbegabte allerdings immer den Drang seinen Schreibfluss mit ein wenig Nikotin zu unterstützen. Kippen und Feuerzeug heraus gesucht, Tür auf und schnell raus in die kalte Nacht von Mecklemburg-Vorpommern. Tür noch schneller zu. Draussen erwartet ihn der unendliche Lärm der gefiederten Freunde und eine Arme von fliegenden Blutsaugern.

Kippe aus, das schnell wieder ins Haus. Und Tür zu. Den Blogbeitrag online gestellt und Lappi aus. Ein Blick auf die Uhr 21:45h. Reicht also noch um ausgeruht morgen auf die Fahrt zu gehen. Und so verstaut der Hochbegabte alles wieder in Gepäck, checkt noch einmal ob das Handy auch am Ladekabel hängt. Kurzer Gang zum WC, da inzwischen die Blase wieder drückt.

Licht aus und ab ins Bett.

Bling, Bling, Bling. Das Handy meldet sich zu Wort. Oh mein Gott. Warum hab ich den Artikel für den Blog nicht mit Zeitangabe zur Veröffentlichung eingestellt. Den Leuten, welchen die Bilder und der Text gefallen und dieses ach bekunden. kann und darf er ja keinen Vorwurf machen. Sie können ja nicht ahnen das er eigentlich schlafen will. Und so krabbelt er wieder aus dem Bett um das Handy auf lautlos zu stellen.

Handy leise und ab ins Bett.

Rechte Seite oder doch linke Seite. Ne lieber besser rechte Seite. Unruhig dreht sich der Hochbegabte hin und her. Und findet keinen Schlaf. Gedanken rasen durch das Großhirn und halten ihn wach. Das Display von Handy strahlt an die Decke und erleuchtet den Raum. 22:30h die Kraniche laufen zur Höchstform auf. Ein Lärm der normalerweise jeden Lärmschutzbeauftragten auf den Plan rufen würde. Doch es ist Natur pur.

23:00 Uhr der Hochbegabte macht das Fenster zu. Es wird etwas ruhiger.

Handy leise, Vögel gedämpft, Blase leer und ab ins Bett.

Nur jetzt gibt es keine frische Luft mehr. Unter der Bettdecke wird es unschön warm. Nur halb zugedeckt, geht es wieder von einer Seite auf die andere. 23:30h die Alarmfunktion der neuen Armbanduhr meldet sich. Der Hochbegabte verflucht den Hersteller der Uhr. Aus angeblichen Umweltschutz gibt es keine Bedienungsanleitung zu der Multifunktionsuhr dazu. Muß man sich im Internet als PDF herunter laden. Und so drückt er nur auf einen Knopf der Uhr und Ruhe ist wieder. Ruhe bis auf die Kraniche. Irgendwas juckt am Bein und auch nach ausgiebigen kratzen juckt es munter weiter. Blick auf die Uhr 23:45h. Nur noch 5 Stunden bleiben zum schlafen.  Augen fest zu als es einem Moment gibt an dem die lärmenden gefiederten Freunde leise sind.  1 Minute vielleicht 6 Minuten Zeit um endlich einzuschlafen.

Es juckt weiter am Bein und jetzt noch auf den Arm. Egal verdrängen. Irgendwas summt am Ohr. Irgendwas sitzt auf der Nase. MÜCKEN. So eine Schei****.

24:00 Uhr 0:00 Uhr  der Hochbegabte schleicht leise durch das Haus. Nicht das Mutters und Stiefvaters Hund wach wird. Den die sportlichen Schuhe des hochbegabten stehen ordnungsgemäss im Vorhaus. Hund ist ruhig, alles schläft. Taschenlampe geschnappt und leise das Gepäck durch den Garten ins Auto geschleppt. Leise wie eine Katze wieder ins Haus. Türen von Wintergarten schliessen. Licht aus. Per Taschenlampe langsam Schritt vor Schritt durch das Haus. Netterweise knarren die alten Holzdielen nicht. Check ob er alles hat. Wäre ja mehr als blöd wenn er im Vorhaus und alle Türen verschlossen  sind und der Autoschlüssel fehlt. Okay alles ist am Mann. Haustüre leise ins Schloss gezogen. Klack Türe zu, Hund ruhig. Kurzen Moment warten. Leise die Vorhaustür geöffnet und hinaus in die Nacht. Auch die Tür leise ins Schloss gezogen.

Rein in Auto.

Lich an, Motor an Gang rein.

0:25h rollt er los. Durch die tiefdunkle Nacht von Mecklemburg-Vorpommern. Er fühlt sich gut. Sieht Rehe und anderes Getier rechtzeitig. Das Fernlicht durchschneidet die Dunkelheit Kilometer um Kilometer. Erste Umleitung nach 50 Kilometer, Autobahn gesperrt. Wieder über enge dunkle Landstraßen. Doch es geht gut. Fenster auf, Musik an und rollen lassen. 2 Stunden später kurz vor Lübeck. Tanken was zum trinken und eine Kleinigkeit für den Hunger gekauft.

Regen ab Lübeck bis hinter Hamburg. Trocken bis Bremen gut vorwärts gekommen. “ Umleitung hinter Bremen. Landstraßen in Niedersachsen, dunkel, breit und Nebel verhangen.

Wieder auf der Autobahn, es rollt gut. Regen ab Münster 5:30h geht es Richtung Ruhrgebiet hoffentlich wenig Berufsverkehr. Kleiner kurzer Stau im Regen. 6:15h Flughafen Düsseldorf es wird trocken.

7:15h rollt der Hochbegabte hinter der weltbesten aller Ehefrauen auf den Hof. Sie hat die talentierte zu Schule gefahren und kommt gerade heim.

Licht aus, Motor aus. Zu Haus.

Zusammen frühstücken. Alles ist gut. Kein Kranichlärm, keine Mücken, das eigene Bett.

Licht aus , Welt aus gute Nacht.

 

P.S. Der Hochbegabte hätte sich zum schlafen auf einen Rastplatz begeben wenn er müde geworden wäre. Er ist schon verrückt aber nicht leichtsinnig.

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