Kleiner Sensor große Leistung

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Es ist gerade Photokina in Köln.

Jene Fachmesse die Fotografen und Technikbegeisterte schlafloswerden läßt. Stellen doch die namhaften Hersteller ihre neuen Topmodelle der staunenden Menge vor.

3, 4, 5, 6000 Euro teurere Kameras die dem Fotografen auf ein neues Level in seiner Arbeit heben wollen. Kameras mit Gesichtsverfolgung, damit der langsame und unaufmerksame Knipser das Brautpaar doch noch einigermassen gut ablichten kann.

Highdynamicmonster. Um den durchschnittlichen Fotomacher noch am PC die Möglichkeit zu geben. Ein 08/15 Bild per Bildbearbeitung ansehnlich zu machen.

40 50 60 Millionen Pixel Auflösung. Damit auch der PC Vertriebskanal ein wenig von dem Geld der Fotoschiesser abbekommt. Da der alte PC die Datenmengen nicht mehr packt.

Spiegellose Vollformat von allen Herstellern. Welche Rang und Namen haben. Nikon Z6 oder Z7, Sony mit der Alpha 9 und Canon EOS R. Alle möchten den Knipser auf ein neues Level bringen. Nur meist wird es außer einem leeren Geldbeutel nichts bringen.

Immer mehr Tiefenschärfe , immer gestochen scharfe Bilder. Immer mehr an der Natur des Auges vorbei. Den sind wir mal ehrlich zu uns selbst. Möchten wir die letzte kleinste Hautunreinheiten auf des Modelsgesicht wirklich sehen ? Sind uns die roten Äderchen im Auge des Models wirklich wichtig ?

Den am Ende bringt mehr Detailschärfe nur viel mehr Arbeit und Frust in der Nachbearbeitung.

Ich vergleiche das immer gerne mit dem TV. HD war toll, UltraHD ging noch. 4K ist schon grenzwertig. Wenn man im heimischen Wohnzimmer die Pickel und Mitesser der Moderatoren in 50 Zoll sich ansehen muß. Da drückt man gerne die Taste um eine oder gar zwei Stufen der Schärfe zurück zu schrauben.

Viele von meinen so geliebten Fotografie Youtubern. Jammern darüber das Hersteller x oder Y keine neuen Innovation in die Kameras baut. Was bitte für Innovationen wollen diese Deppen eigentlich?

Innovationen muß der Halter, Besitzer oder Nutzer dieser viel zu teueren Kameras haben. Und zwar in Form von kreativen Ideen. Ein Bild wird nicht dadurch besser das die Kamera vermeintlich besser ist. Ein schrottiges Bild bleibt ein schrottiges Bild. Ob mit einer 500 Euro Kamera oder mit einer 6000 Euro Kamera gemacht.

Ich selbst hab 3 Kameras im Einsatz. Eine MFT, eine APS-C und eine Vollformat. Keine dieser 3 Kameras ist ein Top Model der Hersteller. Im Gegenteil, meist sind es Modelle für den Fortgeschrittenen Fotografen. Die jedoch mein gesamtes Arbeitsfeld der Fotografie abdecken. Ohne das ich für eine bestimmte Funktion eine neue App kaufen muß.  Alles was ich machen will geht mit den dreien.

Besonders die kleine Olympus mit ihren Micro-Four-Thrids Sensor hat Sachen werksseitig an Board. Die man bei Sonys Superknipse nur per Kaufapp nachrüsten kann. Oder nur mit teuren Zubehör wenn man eine Canon oder Nikon besitzt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS DIGITAL CAMERA / OMD E-10 Mark II / MFT Sensor / 14 – 42 mm Kit Linse

Das Beispiel Bild zeigt die Qualitäten dieser kleinen Kamera eindrucksvoll. Mit einer 5000 Euro teureren Canon 5D MarkV wäre das Bild nicht besser geworden. Ich dafür pitschepatsche naß. Da der Canon 5D das Schwenkdisplay fehlt. Und das bei einer Kamera die um den Faktor 10 teurer ist. Die kleinere Canon 6D Mark II hat dieses Schwenkdisplay jedoch. Und das bei einer Kamera die 3000 Euro billiger ist.

Die neuen Ultramodernen Spiegellosen Supercameras sind leichter geworden. Ja war die Spiegelmechanik fehlt. Nur das Was man damit an Gewicht spart. Schleppt man an Akkus und Adaptern wieder mit. Den eines ist den ganzen spiegellosen Kameras nicht abzusprechen. Sie sind wahre Stromfresser. Und auch das ist wenig verwunderlich. Ein optischer Sucher verbraucht kein Strom. Ein digitaler jedoch schon.

Ich war eine Woche in Kiew unterwegs, zwei Akkus in der Canon 70D. In der Woche sind ca. 1200 Bilder gemacht worden. Und keiner der Akkus wurde aufgeladen. Am Ende der Woche waren immer noch 30% Akkuleistung in beiden Akkus enthalten. Das muß eine Sony Alpha xyz Mark irgendwas erst einmal schaffen.

Canon setzt im Moment der ganzen Spiellosenhysterie noch die Krone auf. Für die neue EOS R ist der Kunde gezwungen neue Linsen zu kaufen. Da Canon netterweise den Anschluss gewechselt hat. Nicht nur das die Kamera sehr teuer ist. Nein man darf sich für noch mehr Geld gleich neue Objektive kaufen. Oder so wie bei Sony, sich mit Adaptern rumschlagen.

Und wozu das alles? Um noch bessere Bilder zu bekommen?  Oder um ein Mehr an Umsatz in die Konzernkasse zu spülen?

Leute lasst Euch nicht verrückt machen. Von der Herstellern, den Fachmagazinen, den übernatürlichen Youtubern. Eure Bilder werden nicht besser nur weil ihr euch neue Technik zulegt. Im Gegenteil, sie werden erst einmal schlechter bis ihr die Bedienung der neuen Kamera erlernt habt.

Die wirklich großen Fotografen, haben mit Belichtungsmesser, der richtigen Auswahl an Filmmaterial , der richtigen Lichtstimmung und Handwerk in der Dunkelkammer. Bilder produziert die zeitlos gut sind. Welche die meisten Fotografen heute nur noch mit tagelanger digitaler Nachbearbeitung und 30 Filtern hinbekommen würden.

Lasst die neuen Kameras in den Lagern der Händler liegen. Und arbeitet an Euch. Werdet kreativ , experimentiert. Und macht Euch frei von Leuten, die Euch erzählen wollen. Was ihr haben müßt um besser zu werden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
OLYMPUS MFT Sensor.

P.S. Auch ich werde in Köln zur Photokina gehen. Nicht wegen einer neuen Kamera oder wegen neuen Objektiven. Nein um mich mal auf dem Zubehörmarkt schlau  zu machen. Und um Freunde zutreffen.