Hallo ich bins

Hallo, ich bin’s. Einfacher Sohn. Ja ich weiß, ich bin nicht einfach. Hab meinen eigenen Kopf. Meine eigenen Vorstellung. Und doch bin ich das Produkt eurer Erziehung. Auch wenn es nicht den Anschein hat. Ja, das kann ich behaupten. Ein guter Sohn bin ich nicht. Zu viel Unsinn gemacht im Leben. Zu viel Enttäuschung gesät. Nicht einmal mit böser Absicht. Nicht einmal mit schlechten Gedanken. Doch ich hab die Erwartung nicht erfüllt. Niemals zu keiner Zeit. Durchs Leben mit wenig Einsatz, mit dem zufrieden was man damit erreichen kann. Stell die alten Tradition infrage. Sehe vieles nicht als Einbahnstraße. Und versage als Sohn damit kläglich.

Hallo, ich bin’s. Einfacher Vater. Ja einfach ist es nicht mit mir. Oftmals in meiner eigenen Gedankenwelt versunken. Oft zu nervend, weil ich Ergebnisse sehen will. Großzügig und doch fordert. Laut und zu weil auch viel zu hart in meinen Worten. Andere sagen ich wäre ungerecht. Vielleicht bin ich es wirklich, davon freisprechen möchte ich mich nicht. Geht es mir doch nur um das Wohl meines Kindes. Das es gut und sicher sein Leben meisten kann. Vieles würde man als Vater hinterher anders machen, würde anders reagieren. Die Natur hat nur keine Bedienungsanleitung bei der Geburt mitgeliefert. Ich werd nie erfahren ob, ich es trotz der vielen vielen Fehler. Am Ende richtig gemacht habe, Oder ob ich wie als Sohn versagt habe.

Hallo, ich bin’s. Einfacher Ehemann. Einfach ist es nicht mit mir. Zu oft höre ich nicht zu. Gefangen in der eigenen Welt. Versunken in falschen Gedanken. Zu launisch zu laut zu oberflächlich. Und oft in den Gedanken untreu. Gefangen in den Träumen und Geschichten meines Kopfes. Oftmals einfach weit weg und doch nah. Selten die Faust auf dem Tisch. Dafür gedanklich schon ausgezogen. Weggelaufen, abgehauen. Wohin weiß ich selbst nicht. Gespräche gesucht, Gespräche geführt und versucht die Erkenntnisse umzusetzen. Am Ende an den hohen Hürde selbst gescheitert. Zusammen will ich gehen, doch entferne ich mich immer mehr. Ziele sind inzwischen so unterschiedlich. Doch trennen mag ich mich nicht. Würde mir der Halt und die Sicherheit fehlen.

Hallo, ich bin’s. Einfacher Kumpel. Oder gar Freund. Ja einfach ist es nicht mit mir. Komme ohne Ankündigung. Verschwinde ohne ein Wort auf längere Zeit. Bin Feuer und Flamme für Projekte. Die dann im Nachhinein so unglaublich undurchführbar sind. Und dann hinterlasse ich verbrannte Erde. Ja ich bin auch oft unzuverlässig. Nicht aus Absicht. Nicht mit Vorsatz. Nicht aus Bequemlichkeit. Meist nur weil ich mich mit neuen Sachen einfach verzettelt hab. Zu viele Hochzeiten zu viele Partys auf die ich gehen möchte. Und dann den Durchblick verlieren. Am Ende tut es mir weh, wenn ich die Freunde vernachlässigt habe. Möchte euch allen zuhören und verliere mich am Ende selbst.

Hallo, ich bin’s. Einfacher Kollege. Ja einfach bin ich nicht. Überfleißig auch nicht. Nur das was man von mir verlangt. Nicht mehr und auch nicht weniger. Und wenn mal nicht so läuft, werd ich auch hektisch und ungerecht. Und das wo mir Karriere sowas von egal ist. Sollen andere die Leiter hinauf Fallen. Ich muss es nicht. Sollen andere glänzend dastehen. Ich brauch es nicht. Nur den Job in Ruhe bis zur Rente ausführen mehr will ich nicht. Ich mach Fehler oft genug, kann Fehler von anderen verzeihen. Man ist halt nur Mensch. Doch werd ich bösartig wenn man der Meinung ist Fehler zu sammeln. Sie hinterher den anderen Vorzuhalten. Lasst uns einfach unseren verdammten Job machen. Zusammen ohne Neid und Missgunst.

Hallo, ich bin’s. Einfacher Bildermacher. Kein Fotograf, auch wenn ich mich so sehr lange sehr oft selbst betitelt hab. Heute bezeichne ich mich selbst als Fotokünstler. Photo Artist. Welch wunderbares Wortgebilde. Fotokünstler der von Selbstzweifel geplagt wird. Der sich nie als Top betrachtet. Der sich nicht so in seiner Bildsprache ausdrücken kann. Wie ich es selbst gerne möchte. Mal Bilder für alle, mal Bilder für Kunstversteher. Immer hin- und hergerissen. Nie zufrieden. Mal den Zwang erliegend erfolgreich zu sein, mal Erfolg verachten.

Hallo, ich bin’s. Einfacher Schreiberling. Weit weg um mich als Schriftsteller zu bezeichnen. Zu träge um einen Text oder gar einen Roman am Stück zu schreiben. Viele Bruchstücke von Ideen die unvollendet sind. Zu viele Ideen die nicht bis zu Schluss durchgezogen werden. Und das als Legastheniker ein Widerspruch an sich. So oft Besserung gelobt, so oft in Trägheit gelandet. Zu oft von neuen Geschichten erzählt und dann doch gescheitert. Zwischen Wortgewand und Wort verliebt. Texte und Geschichten über mich selbst und mein scheitern.

Hallo, ich bin’s. Einfacher Mensch. Der oft über sich selbst staunt, sich oft selbst tadelt. Ich hab es selbst mit mir nicht einfach. Und Zweifel an mir selbst. Doch soll dieser Text, diese Selbstreflexion, keine Betteln um Mitleid darstellen. Es ist nicht mein Ansinnen das man mich bedauert. Auf keinen Fall soll das zum Ausdruck kommen. Es ist nur die eigene Sichtweise auf mich selbst. Der Hinweis das ich meine Fehler kenne und oft wenn nicht gar immer bereit bin an mir zu arbeiten. Nicht um überall bei jeden beliebt zu sein. Sondern um ein Mensch zu sein, der sich und anderen ihre Fehler verzeihen kann.


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