Genervt

Genervt wird ein guter Freund inzwischen sein. Jedenfalls kann ich mir es gut vorstellen. Das er auf gewisse Mitteilungen von mir genau so genervt reagiert wie ich. Wenn ich nur an bestimmt Gesetzte oder Richtlinien in der Fotografie denke. Ich muss zugeben er tut mir inzwischen sogar fast leid. Und doch überschütte ich ihn immer wieder und wieder mit meinem Glück und meiner Glückseligkeit.

Vor ein paar Wochen bin ich in den Genuss gekommen. Ein Gerät zu erwerben von dem ich nicht einmal ansatzweise geträumt habe. Zu groß zu teuer zu selten in der Nutzung.

Durch einen Zufall, den es wahrscheinlich nur einmal im Leben gibt. Wurde mir das Gerät angeboten. Zu einem Preis….ich musste einfach zugreifen. Alles andere wäre verrückt gewesen. Zu einem Preis wo selbst die eheliche Regierungschefin sofort grünes Licht gab. Man stelle sich die Chance von 2 6 Richtigen im Lotto hintereinander vor. Ich hatte zwar die 6er nicht, wie auch wenn man kein Lotto spielt. Doch ich konnte das Gerät kaufen.

Der gute Freund wurde natürlich fast taggleich von den noch abzuwickelnden Kauf informiert. Auch wenn ich selbst bis zum Schluss nicht so recht daran glauben wollte. Bis an dem Tag, wo ich das Gerät abholen konnte.

3 Mann wurden für den Transport benötigt. 2 zum Beladen des überteuerten Firmenkombi, 2 zum Entladen des selbigen. Ein Sturzbach an Schweiß überschüttet dabei meinen Dirki Körper. An der Stelle merkte man recht schnell das Homeoffice raubt einem die Kondition gewaltig.

Doch dann stand das Gerät im Arbeitszimmer/Büro/Studio/Kreativzimmer. Zwar immer noch viel zu groß, immer noch viel zu gewaltig. Doch es stand da und ich war trotz der bevorstehenden Arbeit glücklich wie ein Lars von 6 Jahren. Fast liebevoll wanderte meine Hand über dieses Gerät. Dessen Anschluss sich jedoch verzögerte, weil ein dusseliges Kabel fehlte.

Dafür konnte ich mich mit der Bedienungsanleitung befassen. Was ich natürlich an meinen guten Freund kommuniziert habe. Der Ärmste musste für meine Glücksgefühle herhalten.

Tage später wurde mit wackeligen Beinen das Gerät zum ersten Mal in Betrieb genommen. Ungläubig stand ich vor dem Gerät und schaute einfach nur zu. Konnte es immer noch nicht glauben, das ich der überstolze Besitzer geworden war. Ganz tief im Hinterkopf schwirrte immer noch der Gedanke herum. Irgendwann kommt jemand und holt das Gerät wieder ab.

Gebannt schaute ich auf das erste Resultat von dem Gerät. Ich war sprachlos. Eine wunderbare Qualität, welche das Gerät mir präsentierte. Und was soll ich euch sagen. Ich musste den Freund sofort in Kenntnis setzten. Nicht weil ich mit dem Gerät angeben wollte. Sondern mehr der Glückshormone.

Die Tage gingen ins Land, mal Tage wo das Gerät nicht in Aktion war. Mal Tage wo ich es wieder nutze. Tage an dem ich die Größe des Gerätes schlicht und einfach verfluchte. Und dann kam wieder der Tag, an dem ich dem Freund nichts anderes mitteilen konnte. Wie sehr auch der nächste Versuch mit einem anderen Medium abgelaufen war.

Wortwörtlich schrieb ich ihm „So geil… Das Gerät ist so geil. Ich brauch eine neue Unterhose.“

Ich kann mir wirklich im Moment nicht oder nur sehr schwer vorstellen. Wie sehr ich den Ärmsten mit meinen Mitteilungen gequält habe. Ich wollte mich ja nicht hervortun, sondern nur meine Zufriedenheit und das Glück mitteilen.

Ich hoffe das er es verstehen kann. Hoffe das er die Nerven noch hat, wenn ich mal wieder vom Gerät spreche. Allen anderen sei nur gesagt, es ist kein Auto, keine neue Kamera. Weder gebraucht noch neu. Es ist auch kein neuer Mac. Es ist ein Gerät, was ein jeder von euch hat. Nur etwas größer und etwas teurer. Gebraucht, wie neu hätte ich es niemals erwerben können. Es war der Deal meines Lebens.

Die Größe ist noch ein Punkt, der mich im Laufe des Winters zu Umbauarbeiten drängen wird. Die Modelleisenbahn, das Hobby für die Rente, muss jetzt viel kleiner werden. Damit das Ministudio mit in den Raum einziehen kann. Da mir das Gerät den Platz im Arbeitszimmer zugestellt hat.

Damit lässt es sich allerdings wunderbar leben. Hat auch Vorteile wenn der Aufnahmetisch dann im Keller ist. Für das Gerät wäre es der falsche Ort.

Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen. „Danke lieber Freund, das du mich ertragen hast. Ich weiß, dass es an der Grenze zur Nervigkeit war.“ Und beim nächsten Fotogang gebe ich dir ein zwei drei oder zehn Bier aus.


An dieser Stelle freue ich mich gerne über eine kleine Kaffeespende. Den Kaffee ist der Energiespender aller Künstler in jeder Jahreszeit. Besonders für die, die keinen Alkohol trinken. Per Paypal einen Euro für einen Kaffee.