Fraglich

Menschenopfer

Da steh ich nun. Die Sonne scheint und die Vögel singen mir Lieder. So lieblich und doch für mich unverständlich. Langsam lauf ich durch die Reihen. Lese Name und Alter. 20,22,19,18,17 Lebensjahre ab und zu auch mal 30 oder 35. Für junge Menschen liegen die Steine. Grabsteine. Viele sehr viele. Eigentlich zu viele. Junge Menschen, die ihr Leben lassen mussten. Junge Menschen die nie die Chance hatte ihre Träume zu leben. Nie die Chance hatte etwas aus ihrem Leben zu machen.

Verheizt wurden sie. Für den Wahnsinn von alten Männern. Nicht nur eines alten Mannes. Sondern für viele seiner Art. Junge Menschen, die nichts sagen durften, den sonst wurde ihnen ihr Leben genommen wurde. Und selbst heute noch werden sie abgewertet.

Es sind nur ein Teil der Gräber hier am Rand des Hürtgenwald. An einer anderen Stelle liegen noch mehr Soldaten. Die ihr junges Leben verloren haben. Selbst im nahen Belgien und den Niederlande liegen sie zu tausenden. Da wie dort verheizt, geopfert für stumpfsinnige Vorhaben und Ideen.

Doch leider wird mit zweierlei Maß ihres Todes gedacht. In einer Dokumentation des WDR über die Schlacht im Hürtgenwald sprach eine Historikerin den deutschen Soldaten weniger Rechte zu. Weniger Rechte für die Andacht und Trauer der verheizten Wehrmachtssoldaten.

Die Historikerin Karola Frings sprach von einer Differenzierung der Gräber von gefallenen amerikanischen und deutschen Soldaten. Sind Frau Karola Frings die toten deutschen Soldaten weniger Wert als amerikanische? Sollte doch genau diese Frau wissen das millionenfach Kinder und Jugendliche zum Kampf mit der Waffe gezwungen wurden. Junge Männer die einfach leben wollten. Und das auf beiden Seiten der Front.

Es ist allgemein bekannt. Dass der verheerende Krieg von der deutschen Regierung um den Österreicher mit dem komischen Bart angefangen wurde. Es ist auch bekannt, das sich viel Unrecht ereignete. Unrecht was niemals gutgeheißen werden darf. Jedoch sollte man langsam anfangen NICHT das gesamte deutsche Volk unter Generalverdacht zu stellen. 79.375.281 Menschen im Dritten Reich standen mit Sicherheit nicht hinter dem Führer. Wahrscheinlich nicht einmal 70%. Doch genau dieses herauszufinden wehre die Aufgabe von Historiker*innen. Doch ich glaube das die meisten Historiker*innen noch einmal die Schulbank drücken müssen.

Das Dritte Reich war eine Diktatur, dieses ist allgemein bekannt. Das man in einer Diktatur nicht machen kann, was man möchte, sollte auch bekannt sein. Ohne das es zu einer Gefahr von dem eigenen Leben wird. Doch genau da versagen die Historiker*innen der Moderne. Nur wenige Historiker*innen haben sich jemals dazu Gedanken gemacht. Das ein 16 – 20 jähriger junger Mann bei seiner Einberufung zum Militär, kaum eine andere Chance hatte als dieser nachzukommen. Ohne das ihm die Todesstrafe drohte. War die Chance an der Front zu überleben dann sehr viel größer. Der Rest der so lautstarken Historiker*innen hat scheinbar keine wirkliche Ahnung. Wie sich das Leben in einer Diktatur anfühlt. Ähnliches kann man auch bei der Aufarbeitung der Vergangenheit der DDR feststellen.

In den wenigsten Dokumentation ist die Wahrheit enthalten. Die Wahrheit über die Kriegstreiber auf beiden Seiten der Front. Nein ich möchte nicht die Grausamkeiten der Nazis gut reden. Nein ich möchte nicht den rechten Nationalisten in Europa die Hand reichen. Ich bin wenig mit ihren Forderungen einverstanden. Auch wenn ich die eine oder andere Meinung von ihnen verstehe und in einigen Punkten auch teilen kann.

Doch sollte man langsam aufhören immer nur dem deutschen Volk die Schuld an allem zu geben. Und damit auch die Würde des einzelnen Menschen herabstufen. Die Wehrmacht war kein Klosterverein, das ist unumstritten. Nur sollte man so ehrlich in der Geschichte sein. Auch die Alliierten haben reichlich Dreck am Stecken. Geschichte sollte ehrlich sein. Besonders heute, besonders jetzt. Alles, was unter den Teppich gekehrt wird, was todgeschwiegen wird, kommt irgendwann zutage. Und ist dann Futter für die Extremen rechts wie links. Ein gefährliches Futter.

Mit der Ehrlichkeit in der Geschichtsschreibung kämme man viel, viel weiter. Und es würde die Menschheit vor so vielen bösen bewahren. Warum gibt es nicht mehr von solchen Filmen „Unter den Sand“. In dem junge Männer verheizt werden. Aus Rache und Wut oder Überheblichkeit. Warum wird die Geschichte nicht gezeigt von den Rheinlagern. Warum gibt es wenig Artikel über den Morgenthau-Plan? Wobei das deutsche Volk sich bei der Sowjetunion bedanken kann, das dieser Plan niemals umgesetzt wurde. Traurig aber wahr.

Der Morgenthau-Plan hatte zum Ziel das geschlagene Deutschland nach 1945 zum Agrarland zu machen. Mit dem grundsätzlichen Ziel das es niemals mehr Industrie in Deutschland geben würde. Es nur noch die Kornkammer für Europa ist. Alle Zeit unter der Kontrolle der Siegermächte. Allzeit arm und abhängig von Amerika, Frankreich, Großbritannien , der Sowjetunion und anderen. Nur weil Amerika Angst vor den Kommunismus in der Sowjetunion hatte. Wurde der Plan fallen gelassen und an seiner Stelle trat der Marschall Plan in Kraft. Nur deshalb wurde Geld und Aufbauhilfe geleistet.  Deutschland das Opferland, ein Land was man opfern kann, wenn es hart auf hart kommt.

Mit keinem Wort werden solche historisch belegten Verträge in den Schulen gelehrt. Wenig Sendungen sieht man darüber in den Medien. Es wird verschwiegen. Totgeschwiegen. Warum gibt es keinen Friedensvertrag, weil die USA dann ihre Verbrechen als Befreier zugeben müsste? Ach ja die USA sind der Musterknabe auf der Welt. Es gab ja keine Folterlager für Muslime, kein Gefängnis auf Kuba. Die Alliierten haben ja nie Kriegsgefangene gemacht, es waren entwaffnete Kämpfer. Ein gigantischer Unterschied. Kriegsgefangene fallen unter der Genfer Konvention. Entwaffnete Kämpfer nicht. Und das ist nicht nur im Kriegsgebiet Deutschland gewesen. Ähnliches konnte man bei allen von Amerika geführten Kriegen sehen.

Die Briten nannten die Kriegsgefangenen einfach „Freiwilligem Personal des Feindes“ und nahmen das Opfer von Jungs und jungen Männern in Kauf. Wer es nicht glaub, schaut sich oben erwähnten Film an.

Es geht nicht darum die Kriegsverbrechen der Wehrmacht und Waffen-SS zu beschönigen oder gar abzuschwächen. Es geht nicht darum den Holocaust zu verleugnen. Etwas was nie hätte stattfinden dürfen. Es geht nicht darum mit den Fingern auf die Bomberflotten der Engländer und Amerikaner zu zeigen.

Es geht nur um eine richtige Geschichtsweitergabe. Die Weitergabe der wahren Geschichte. Ohne Schuldzuweisung und ohne Verurteilung. Gerade von deutschen Historiker*innen. Ein Krieg ist nie gut. Und das Gebaren des Dritten Reiches ist nie zu entschuldigen. Nur es muss, nein es soll auch richtig weitergegeben werden. Es gab niemals nur Nazis in dem Deutschland von 1933 bis 1945. Es gab Millionen von Menschen welche einfach pure Angst vor der Gestapo hatten. Die Angst vor Erschießungen und Straflagern hatten. Den eine Diktatur duldet es keine Widerworte.

Leider ist es heute modern geworden. Das Historiker*innen, Journalisten*innen und Politiker*innen sich das Maul über die Bewohner von Diktatoren zerreißen. Ohne jemals in diesem Länder gelebt zu haben. Man erlaubt sich Urteile zu treffen, ohne wirklich ein Ahnung zu haben. Gleiches Verhalten ist bei Lehrkräften und  Linken Gruppierungen zu finden.

Leider ist es modern den Amerikaner als Freund zu sehen. Er war und ist noch nie ein Freund der Deutschen gewesen. Der Amerikaner schaut auf keinen in der Welt. Alles, was er macht, macht er nur für sich. Alle Kriege, die er vom Zaun bricht sind nur dem Zweck geschuldet. Das er reicher wird. Amerika First hat nicht erst Trump in die Welt posaunt. Um es an dieser Stelle klar zu sagen. Wir sprechen hier an dieser Stelle nicht von dem einfachen Amerikaner. Der tagtäglich einen Job macht, um irgendwie zu überleben. Dem Handwerker, dem Arbeiter, der Verkäuferin.

Das die Alliierten und besonders die Amerikaner nie wirkliche Freunde waren. Zeigt sich auch an der Tatsache. Das es nie einen Friedensvertrag gegeben hat. Zwar wurde der Zwei plus Vier Vertrag zu Vereinigung als Ersatz verwendet.  Und damit wurde die BRD und DDR faktisch erst nach der Ratifizierung aus der Verantwortung der Alliierten entlassen. Und damit de facto zu einem souveränen Staat.

Das Problem an einem Friedensvertrag liegt auch in der Tatsache begründet. Das erst nach einem Friedensvertrag über die Reparationsleistung gesprochen wird. An dieser Stelle hätte man die einseitig von den Siegermächten eingezogenen Reparationen gegenrechnen müssen.

Wenn man nun die Vorgehensweise bis zum Eintritt des Marschall Plan zugrunde legt. Kann man durchaus davon ausgehen. Das die Alliierten bis zu diesem Zeitpunkt die Trümmer von Deutschland geplündert haben. Da in dieser Zeit Industrieanlagen und Kohle im großen Still in Richtung der Alliierten Länder wanderten. Was die Versorgung der Bevölkerung seit 1945 zu einem gigantischen Problem machte. Das hochgelobte Garioa  Programm, bestand mit der Verteilung von Nahrung an die Kriegsgegner.  Erwähnt werden muss an der Stelle auch, das die Rationen mangelhaft waren. Dazu wurden sie in den Marshallplan verrechnet. Bis 1971 musste die BRD diese Hilfe abzahlen.

Ein interessanter Punkt von dem Marschall Plan ist die Verteilung der Kredite. 24% wurde an UK, 20% an F, fast 11 % an I und 10% an Deutschland. 1,4 Milliarden US Dollar wurde als Kredite an Deutschland gegeben. Der ganze Marshallplan war ein Konjunktur Programm für die amerikanische Wirtschaft. Den wo sonst konnte das zerbombte Europa seine Güter kaufen.

An der Stelle möchte ich jedoch auf die Grundaussage zurückkommen. Wir sollten, besonders die Historiker*innen, Journalisten*innen und Politiker*innen allen in den Kriegen gefallenen Soldaten die letzte Ehre erweisen. Den jeder von diesen Soldaten ist verstorben für Machtmenschen auf beiden Seiten der Front. Sie gaben ihr Leben, damit wir heute Frieden haben.


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