Experiment

Als Versuchsobjekt fühle ich mich gerade. Nach fast einem Jahr im geliebten Homeoffice muss ich tatsächlich für ganze 4 Tage am Stück in das Büro.

4 Tage an dem die Nacht viel früher vorbei ist. 4 Tage an dem ich mich direkt nach dem Aufstehen duschen muss. 4 Tage den morgendlichen Wahnsinn des Berufsverkehr ertragen. Und dann das gleiche Chaos auf dem Heimweg überleben muss.  4 Tage 8 Stunden lang fremde Menschen um mich herum. Gut nett sind die fast alle, einer tanz bekanntlich immer aus der Reihe. 4 Tage Kaffee trinken, der inzwischen nur grausam schmeckt. 4 Tage LED Licht, satt Tageslicht. 4 Tage an dem ich doch tatsächlich ein freundliches Gesicht machen muss. Was sonst nur in meiner Freizeit vorkommt. Macht das einer weg.

Nach fast einem Jahr bin ich das alles nicht mehr gewohnt. Überhaupt nicht. Der ganze Tagesablauf ist vollkommen durcheinander. Ich bin durcheinander. Ich höre sie aber schon schreien.“Hehh früher bist du jeden Tag in das Büro gefahren. Stell dich nicht so an.“  Doch mach ich. Homeoffice bedeutet für mich ein Mehr an Lebensqualität. Gute zwei Stunden, die nicht sinnlos auf der Autobahn verbraucht werden. Zwei Stunden die den privaten Leben zugutegekommen sind. Eine wunderbare Zeit.

Es ist eine Umstellung wieder 8 Stimmen rechts und links im Ohr zu haben. Mal laut telefonierend. Mal zusammen diskutierend. Auch mal lachend. Eigentlich kennt mein Gehörgang seit einem Jahr nur lautes Hundegebell oder Straßenverkehr. Sonst ist himmlische Ruhe.

Ums mal deutlich zu machen ich bin Mister Homeoffice mit #zuhausearbeiten. zu 90%. Einen Tag in der Woche das Büro zu besuchen reicht mir vollkommen aus. Echt. Den Chef nicht zu sehen auch. Und die Kollegen kann man wunderbar per Teams betrachten. Das umständliche „was ziehe ich heute an.“ entfällt ja. Gut laut Karl the Lagerfeld hab ich mein Leben im Homeoffice nicht mehr im Griff. Doch wer möchte die praktische Seite einer Jogginghose bestreiten. Ist diese nicht nur sehr bequem, sondern wächst auch seit gut einem Jahr ohne Murren mit.  Ich möchte nicht wissen, was der gute Karl dazu sagen würde, wenn er mich tagtäglich im Unterhemd, Flip-Flop und Jogginghose sehen müsste.

Nein was ist es schön im heimischen Büro. Ich will nicht mehr raus. Ich muss aber. Man verlangt es von mir. Deshalb hab ich schon heimlich eine Petition ins Leben gerufen. „Gebt mir mein Homeoffice zurück. Freies arbeiten bei freier Kleidungswahl.“

Morgen werd ich dann mal ein Experiment starten. Wenn ich mich richtig böse und gehässig im Büro verhalte. Ob man mich dann wieder ins geliebte Homeoffice verband? Und wenn das nicht hilft. Kann ich das morgendliche Duschen einstellen. Um das Büro voll zu miefen. Mhhh und vielleicht hat der eine oder andere Leser noch ein paar gute Ideen. Die mich wieder zurück in die heimischen vier Wände bringen. Ohne den Arbeitgeber wechseln zu müssen. Sind doch die Verdienstmöglichkeiten beim Arbeitsamt mehr als bescheiden. Ich will ja arbeiten so ist es ja nicht, aber von zu Hause.

Abnehmen werd ich im Büro auch nicht. Stellt doch irgendwer immer einen Stapel Süßigkeiten so geschickt im Großraumbüro auf. Das es nahezu vollkommen unmöglich ist an diesen vorbeizugehen. Ohne das die Hand zu greift. Und der schnelle Weg zu heimischen Kühlschrank fehlt mir auch.

Dazu kann man im Homeoffice genüsslich während der Arbeitszeit ein Bierchen trinken. Man muss ja nicht mehr fahren. Wer jetzt meint. Alkohol am Arbeitsplatz ist verboten. Stimmt. Doch ich muss den Schreibtischstuhl ja nur 30 cm nach rechts rollen lassen und bin schon wieder privat. Gut das mit dem Bier ist nur eine theoretische Möglichkeit. Trink ich doch nur alkoholfreies Gebräu. Aber es bestände die Möglichkeit. Homeoffice bedeutet dann Freiheit bei der Getränkewahl.

Kurz gesagt. Ich will wieder dahin wo ich seit einem Jahr beruflich am Wirken bin. Nach Hause.

Und was hat das jetzt alles mit dem Bildern im Text zu tun? Waren auch Experimente. Nicht schön aber interessant. Und nach dem Motto

Geht raus und macht Bilder. Nur so lernt ihr die Fotografie.


An dieser Stelle freue ich mich gerne über eine kleine Kaffeespende. Den Kaffee ist der Energiespender aller Künstler in jeder Jahreszeit. Besonders für die, die keinen Alkohol trinken. Per Paypal einen Euro für einen Kaffee.