Dienstag

Um halb sieben klingelt der Wecker. Zum ersten Mal. Wobei es nicht zum letzten Mal an diesem heutigen Morgen sein wird. Ich bin ein Verfechter des langsamen Tagesbeginn. Bei den man in Etappen so langsam wach wird. Immer in Ruhe ohne Hektik. Der Tinnitus im linken Ohr ist auch schon wach. Nur er stört schon lange nicht mehr. So leise wie er ist. Interessanterweise scheint das Hörvermögen trotz dieses leichten Pfeifens nicht beeinflusst zu sein. Höre ich links immer noch besser als rechts. Wenn ich überhaupt höre, würde die beste aller Ehefrauen jetzt einwerfen. Denn hören oder zuhören, kann schon mal zu einem Problem zwischen Mann und Frau werden. Warum das so ist, darüber hab ich mir noch nie Gedanken gemacht. Interessant wäre das Thema schon.

Nun ich hab mich dann irgendwann kurz vor 7 aus dem Bett bewegt. Über die morgendliche Routine möchte ihr hier nun nicht mehr berichten. Das war ja schon einmal ein ausführliches Thema. Gegen halb acht wird der wunderbare Arbeitslaptop angeworfen. Zwei Minuten vor acht Uhr würde ich ihn aber am liebste vor die Wand werfen. Microschrott ist mit seinen Updates ja nicht in der Lage. Den Usern es frei zu überlassen. Wann sie das neuste Update für Windows10 installieren möchten. Knappe30 Minuten dauert der ganze Spaß. Und in der Zeit wird mir langsam klar. Warum Windows sich Windows nennt. Es beschreibt die Tätigkeit, welche man machen möchte. Den Rechenknecht durch das geschlossene Windows zu werfen.

Punkt 8 Uhr beginnt die Videokonferenz. Allerdings ohne mich. Der Rechenknecht, lahmt sich seit dem Update ab. Lockere 5 Minuten bin ich dann zu spät. Oder zu früh? Wer kann es beurteilen. Sind die Videokonferenzen doch scheinbar nur Zuckerbrot und Peitsche. Wobei man das Zuckerbrot vergessen hat.

Dafür hat man in der Chefetage scheinbar eine neue Zeitrechnung begonnen. Ohne uns in den gleichen Genuss kommen zu lassen. Den die da oben scheinen mehr als 24 Stunden an Tag zu haben. Insider sprechen, Gerüchten zufolge, von 48 Stunden pro Tag.

Ich hab in meinem Leben vieles falsch gemacht. Nur inzwischen ist mir bewusst. Mathematik hätte ich mehr und besser lernen sollen. Den so würde ich die Gleichung der Chefetage besser verstehen. 50 Personen (am. d. Red. Dieser Wert ist nicht real, sondern wird nur als Beispiel verwendet.) schaffen es nicht 100 Aufträge, am Tag zu bearbeiten. Daher können noch zusätzliche Aufgabengebiete den 50 Personen zugeordnet werden.  Um am Ende des Tages 100+ X Aufträge bearbeitet zu haben. Wobei x einen Zehner Wert hat.  Damit die Gleichung aber so richtig rund wird. Beschränkt sich der bezahlte Arbeitszeitraum auf Max. 8 Stunden am Tag. Sprich die normalen 40 Stunden in der Woche. Sollte man allerdings mit 8 Stunden nicht auskommen (am.d.Red die 16 Stunden Arbeitszeit wurde noch nicht eingeführt. Es werden dabei nur 8 Stunden bezahlt) kann man die Mehrarbeitszeit gerne an einem anderen Tag in der Woche abbauen. Um am Ende der Woche auf exakt 40 Stunden zu kommen. Sprich zum Freitag, baut der Mitarbeiter y Stunden ab.

Als neuen Wert, für unsere wunderbare Gleichung. Und hier ist mein Verständnis für Gleichungen aller Art so langsam zu Ende. Rechnen mit 2 Unbekannten hab ich vor geraumer Urzeit mal beherrscht.  Inzwischen muss ich da ein paar Defizite einräumen.

Trotz dieser Defizite kann ich immer noch ganz gut rechnen. So machte ich den Kunden vor einigen Tagen ein Angebot. Ein Mann braucht gut 2 Wochen für die Arbeit.  Das war dem Kunden natürlich viel zu lange. Und so schlug er vor. 2 Mann in 1 Wochen. Wobei die Kostenfrage für den zweiten Mann noch nicht abschließend geklärt war. Ich schlug ihm dann vor. 4 Mann und wir bräuchten erst gar nicht anzufangen. Wäre dann ja schon fertig. Der gute Kunde konnte mir in meiner gigantischen Gleichung nicht mehr folgen. Und legte einfach auf. Hatte scheinbar keinen Spaß am Mathematik.

Nun aber bin ich mit meinen Rechenkünsten doch am Ende. Zwei Mann schaffen die Aufgabe in 2 Wochen nicht. Also nehmen wir keinen dritten Mann dazu, sondern legen noch zusätzliche Arbeit darauf. Die in im gleichen Zeitraum abgearbeitet werden muss.

Wer mir das sinnvoll ausrechnen kann, möge sich umgehend bei mir melden. Es fehlt mir einfach das Fachwissen eines BWL oder VWL Studium.

Jedenfalls schlug mein Kopf während der Videokonferenz dermaßen hart auf die Schreibtischoberfläche auf. Das ich nicht die Rechenaufgabe lösen konnte. Und mich dumm an die Bewältigung der Tagesaufgabe begab.

Zu meinem Glück hatte ich die Kamera am Laptop nicht aktiviert. So konnte niemand sehen wir verzweifelt ich an dieser Gleichung war. Und nur noch meinen Job machen konnte. Und das stumpfe 9 Stunden lang. Wobei ich morgen oder übermorgen oder überübermorgen die Stunde Mehrarbeit abfeiern muss. Was sich wegen der Auftragslage nicht bewerkstelligen lässt.

Noch eine Gleichung mit xyz Unbekannten. Dazu die Frage wie ich zu 48 Stunden am Tag komme. Und dabei mindestens 11 Stunden Ruhephase habe. Wobei 48 – 11 = 37 Stunden ergibt. HEEEEEEEE Chef, wenn du mir 48 Stunden an Tag gibts. Kann ich 37 Stunden für dich arbeiten. Und du musst nur läppische 8 Stunden bezahlen.

HINWEIS an die Leser

Der Verfasser der vorangegangen Zeilen. Befindet sich auf dem Weg ins naheliegendste Sanatorium. Die Redaktion wünscht ihm baldige Genesung.  Bis dahin müssen sich die Leser dieses Blog mit weniger Sinnfreien Texten herumschlagen. Und brauchen sich nicht um den Geisteszustand des Verfassers zu sorgen.

P.S. Warum der Verfasser das Bild für diesen Beitrag aufgesucht hat. Konnten wir nicht mehr von Ihm erfahren. Seine mathematischen Gleichungen ergaben keinen Sinn. Bitte bleiben Sie gesund.


An dieser Stelle freut sich der Verfasser über eine Kaffeespende. Die seiner baldigen Gesundung zuträglich ist. Die Redaktion muss davon nicht mitbekommen. Sonst fangen sie an zu betteln. Per Paypal einen Euro für einen Kaffee.





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