Des Fotografen unvermögen….

… ersetzt schwerlich nur viel Zeit und Mühe im Photoshop.

Frühjahr 2018. Hatte ich mir die Teilnahme an einem Workshop gesichert. Thema dieses Workshops war „Model im Regen – Peoplefotografie mit einer Regenanlage“.

Ich hatte mir so viel von diesem Workshop versprochen, besonders weil es der zweite in der Art war. Im ersten waren damals die Grundlagen vermittelt worden. Die sich mehr auf die Gefahren von Studiotechnik in Verbindung mit Wasser ergeben. Und das sich lange Verschlusszeiten auf die Tropfen auswirken. Am Ende und bei der Sichtung der Bilder nach dem Workshop. Kam die großer Ernüchterung. Die Bilder waren schon ganz gut aber alles andere als perfekt.

Im Workshop zwei, erhoffte ich mir eine Verbesserung der Bilder. Doch es kam anders, ganz anders.  Zuviel Teilnehmer, zuwenig Input von dem Veranstalter und viel zuwenig Zeit. Gut die Bilder waren besser als beim ersten Versuch, doch auch noch lange nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Lichtsetzung war interessant, ohne mich am Ende vom Sockel zu werfen.

Gut an der Stelle, hab ich auch einen großen Fehler gemacht. Ich hätte zu dem Veranstalter gehen müssen, um diesen Löcher in den Bauch zu fragen. Hab ich leider nicht gemacht. Was wahrscheinlich auch damit zusammen hängt. Das ich diese Leute niemals als Kumpels oder gar Freunde betiteln werde.  Zu sehr sind da Art und Weise sowie das Verhalten zwischen ihnen und mir verschieden. Vielleicht liegt es auch an der Tatsache wie man sich kennengelernt hat.  Ob ich diese Gründe noch jemals erfahren werde, jemals erfahren möchte. Steht auf einem vollkommen unbeschriebenen Blatt. Es mag sein, daß ich mich von Vorurteilen freimachen muß. Welche durch zwei Workshops , die mehr als Suboptimal waren, entstanden sind. Aus heutiger Sicht kann ich das jedoch nur erreichen, wenn ich zu einem freien Treffen in das Studio nach Bonn fahre.

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Doch jetzt und hier geht es eigentlich darum. Wie und was ich bei den Regenshootings nicht gelernt hab. Was mir erst bei der Nachbearbeitung aufgefallen ist. Nachbearbeitung von Bildern ist für mich eh ein Grauen. Dodge & Burn, Frequenztrennung und Co sind mir nicht fremd. Und ich beherrsche sie auch. Doch es ist nervend und zeitraubend diese Techniker in der Bildbearbeitung anzuwenden. Ich mag es nicht und so versuche ich es zu vermeiden. Frei nach dem Grundsatz, „Alles das was du direkt richtig fotografierst. Mußt du nicht zeitraubend in der Retusche nachbessern. “

Und so kann ich Euch heute den Tip, den ich gerne vorher gehabt hätte. Quält das Model. Jetzt nicht so wie sich es viele gerade denken. Nein anders ganz anders. Spaß beiseite und jetzt ernsthaft.

Lass das Model erst einmal soweit nass regnen. Bis ihr den gewünschten Effekt auf Haut, Haaren und Klamotten erreicht habt. Und dann, erst dann holt ihr das Model „VOR“ den Regen. Wobei Ihr da recht schnell sein müßt, bzw. das Model schnell sein muss. Durch diesen kleinen aber recht wirkungsvollen Trick. Habt Ihr den Regen im Hintergrund, das glänzen des Wassers auf Haut, Haar und Klamotte. Und keine störenden Wassertropfen im Gesicht des Models. Da diese kleinen gemeinen Tropfen auf dem Bild, über Gesicht und Körper. Euch das ganze Bild sprichwörtlich versauen.

Und nicht aber auch gar nicht ist zeitraubender. Wenn man tausende Wassersperlen ausretuschieren muß. Lichtführung stimmt, Kameraposition ist gut, Model steht gut in der Pose, Mimik ist klasse. Nur über das ganze sind Millionen von Lichtspuren oder Punkte die alles zunichte machen.

Und diesen kleinen aber feinen Trick. Den verrät keiner oder nur ganz ganz wenige in ihren Workshops.

Mich hat es zwei Workshops und jede Menge Zeit gekostet. Diesen Trick zu erarbeiten, der so einfach wie simple ist. Und so richtig ist mir das ganze erst beim bearbeiten der Bilder. Am heimischen Rechner. Da in den Bilder viel weniger zu retuschieren war, wo das Model vor dem Wasservorhang stand. Sehr viel weniger.

Hier auf meinem kleinen Blog, will ich nicht nur über die YouTube Halbgötter reden. Mich über den oder den Workshopanbieter beschweren. Nein ich möchte Euch auch meine Erfahrungen mitteilen. Euch helfen, das Geld sinnvoller aus dem Fenster zu werfen. Und Euch bei der Entwicklung eurer Fotografie ein ganz kleine wenig zu unterstützen.

Warum nur ein ganz klein wenig ? Weil ich auch in einem anhaltenden Lernprozess bin. Ich bin nicht der Superhypermega Fotograf der alles kann. Der sich nichts mehr von anderen sagen lassen muß. Oder dieses gar nicht nötig hat. Nein, ich kann nicht alles in der Fotografie. Und vieles davon was ich einigermassen kann, hab ich mir selbst erarbeitet. Und noch lange , sehr lange, werde ich daran arbeiten um noch ein wenig besser zu werden.

Und deshalb bleibt mir nur am Ende zu sagen.

„Geht raus und macht Bilder. Lernt von euren Fehlern. Ohne YouTube und Co.“