Bürobesuch

Wie jeden Freitag. War mal wieder ein Bürotag angesagt. Was nichts anderes bedeutet, als das der Wecker zu einer vollkommen unchristlichen Zeit sein Eigenleben beginnt.
Vor den Zeiten des recht bequemen Homeoffice. War das Normalität. Nur ich kann mich nicht daran erinnern, wann das mit dem Homeoffice angefangen hat. Es war irgendwann kurz nach Karneval. Meine ich jedenfalls. Wobei ich auch recht vergesslich bin.
Manche Menschen behaupten wenn mein süßer runder Popo nicht angewachsen wäre. Ich würde ihn auch irgendwo liegen lassen. Sie haben absolut unrecht. Wirklich. Klar vergesse ich Sachen, mal schneller mal langsamer. Oft kann ich mich nicht erinnern, welchen Weg zum Büro gefahren bin. Gut das ist durch das schöne Arbeiten im Homeoffice auch recht selten geworden. Also die Fahrt ins weit entfernte Büro. Aber viele unwichtige Sachen bleiben mir dauerhaft im Gedächtnis. ES gibt sogar wichtige Sachen, die ich mir merken kann. Für einen vergesslichen Menschen wie mich schon eine Leistung. Was ich allerdings nie vergesse.
Sind Begegnungen und Treffen mit Menschen die mir wichtig sind.
Aber eigentlich ist das alles gerade vollkommen egal.
Ich bin heute auf alle Fälle mal wieder ins Büro gefahren. Die Chefs möchten das, damit ich die sozialen Kontakte zu den Kollegen aufrechterhalten kann.
Sehr löblich ihre Denkweise. Für mich ist das inzwischen eine vollkommen ungewohnte Situation. Fremde Leute, in einer fast fremden Umgebung. In den ganzen Wochen gar Monate.
Hab ich mich wunderbar an meine Arbeit zu Hause gewöhnt.
Keine störende Nebengespräche von den Kollegen. Ein WC was immer frei ist. Klar manchmal fehlen die netten Gespräche mit den Lieblingskollegen. Diese Gespräche führt man dann an einer anderen Stelle.
Ich hab mich an das Homeoffice gewöhnt. Sehr gewöhnt. Und ich möchte es auch nicht mehr verlassen. Die Vorteile überwiegen mehr als die Nachteile.
Nun zu meiner Vergesslichkeit. Es war das dritte oder vierte Shooting. Welches ich im Bereich Aktfotografie gemacht hatte. Als diese Bild entstanden ist. Man was war ich damals noch aufgeregt. Nicht weil eine Frau halbnackt oder ganz nackt vor mir stehen würde. Eher mehr, ob es mir gelingen würde. Gute Aufnahmen zu erstellen. Nie werde ich den Moment vergessen, als ich die Bilder am Abend nach dem Shooting zu Hause betrachtete. Was war ich enttäuscht. Es waren nicht die Bilder, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Und doch hab ich sie aufgehoben. Und heute bin ich froh darüber. Brauchte es nur ein wenig Nachbearbeitung. Wirklich nur wenig. Um die Bilder genauso entstehen zu lassen. Wie ich es damals gewollt hatte.


An dieser Stelle freue ich mich gerne über eine kleine Kaffeespende. Den Kaffee ist der Energiespender aller Künstler in jeder Jahreszeit. Besonders für die, die keinen Alkohol trinken. Per Paypal einen Euro für einen Kaffee.