Buchkiste

In dem Dorf. Indem ich nun schon seit über 20 Jahren lebe. Gibt es verschiedene Versuche. Die Dorfgemeinschaft wieder zu Aktivität zubringen. Ein Versuch der wahrscheinlich gute 30 Jahre zu spät kommt. Aber immerhin ein Versuch. Den in den vergangenen Jahrzehnten. Hatte es die Einheimischen nicht nötig, die neu dazu gezogenen. In irgendeiner Form zu integrieren. Oftmals wurden die Neuen oder Fremden, ausgeschlossen. Selbst, wenn diese alles versuchten irgendwie ihren Beitrag zu leisten.

3 – 4 alte Dorffamilien zeigten den Neubürgern wo es langzugehen hatte. Punkt. Das dieses auf Dauer nicht gut gehen würde. Ist so ziemlich jedem klar. Besonders als quasi ein Austausch der Bevölkerung stattfand.

Kinder oder Enkel der alteingesessenen Familien zogen weg. Raus aus dem Dorfmief. Dafür kamen junge Familien aus den Städten ins ländliche Dorf. Durch die altertümlichen nennen wir es mal Machtstrukturen. Verloren die örtlichen Vereine Stück für Stück Mitglieder. Aus einem großen Verein wurde ein winziger Haufen. Veranstaltungen wurden abgesagt oder verloren ihre Bedeutung. Ist auch kein Wunder. Wenn man sich die Strukturen der Vereine anzieht.

Der Vorsitzende des Verein A ist 2. Vorsitzender des Vereins B  und aus der Familie O. Der Vorsitzende des Verein B ist Kassenprüfen vom Verein A und aus Familie T. Dessen Bruder ist Vorstand von Verein C und Schriftführer von Verein A. 2. Vorsitzender von Verein c ist die Schwester vom Vorsitzenden des Verein A.

Nun die Vereine darben einen massiven Mitgliederverlust. Das öffentliche Dorfleben kommt zum Erliegen. Viele Neubürger haben dazu auch keine Lust oder Zeit. Sich mit dem ganzen Klüngel auseinander zu setzten. Man bleibt dann lieber auf dem eigenen Grundstück und hat seine Ruhe.

Und so kam man irgendwann. Wahrscheinlich auf einer Familienfeier. In der natürlich alle wichtigen Altfamilien anwesend waren. Auf die Idee. Das Dorfleben wieder attraktiver zu gestalten. Damit wieder mehr Leben ins Dorf kommt. Und ein paar Ideen wurden auch tatsächlich umgesetzt.

Unter anderem eine Bücherkiste. Dazu wurde im Dorf. An einer exponierten Stelle. Eine umgebaute Telefonzelle aufgestellt. Doch statt eine Münzfernsprechers. Befindet sich eine Art Tauschbörse für Bücher darin.

Eine wunderbare Idee. Auch, wenn man nicht immer das darin findet. Was man gerne liest.  Doch ich geh gerne in die Bücherkiste. Um zu schauen, was es neues an Lesestoff gibt. Oder um selbst Bücher, die ich gelesen hab. In dieser Bücherkiste anderen zum Lesen zur Verfügung stelle.

Den sind wir mal ehrlich. Auch, wenn ein Buch uns sehr gut gefallen hat. Man liest es nicht noch einmal. Dazu gibt es zu viele Neuerscheinung die gerne gelesen werden möchten. Und bevor ich ein Buch in die Papiertonne werfen. Stell ich es lieber in die Bücherbox. Und ab und zu sind dann auch genau die Bücher in der Box. Welche ich gerne lese. Scheinbar gibt es noch einen Menschen im Dorf. Der gerne nordische Krimis liest. Den haben die Skandinavier eine Vielzahl an wirklich guten  Kriminalromanautoren in ihrem Reihen.

So jedenfalls fand ich vor ein paar Tagen den Krimi >Die Mädchen der Englandfähre< von Lone Theils in der Bücherkiste. Nachdem ich kurz die Vorstellung der Autorin. Und ein paar angefügte Bewertung gelesen hatte. Nahm ich dieses Taschenbuch mit. Um es an einem heißen Sommertag. In Ruhe zu lesen. Und ich wurde maßlos enttäuscht. Man nehme eine Hauptfigur. Die den gleichen Beruf hat, wie die Autorin. Eine Liebesgeschichte. Die mehr als störend und verwirrend ist. Das ganze rührt man in einen Weltbesteller. Garniere das ganze mit Werbung und Produktplatzierung. Und schon meint die Autorin was ganz tolles geschrieben zu haben. Dänische Journalistin lebt in London. Und findet Hannibal Lecter. Bei der Recherche über einen Koffer. Den sie gekauft hat. Mein persönliches Fazit zu diesen Buch. Die gute Geschichte einen anderen Autors. Schlecht kopiert. Das ganze lässt sich sehr flüssig lesen. Ohne großen Spannungsverlauf. MIt massenhaft Produktplazierung, was man nur von amerikanischen Krimis kennt. Am Ende wurden noch Teile von Jussi Adler-Olsen Kriminalromanen eingebaut. Hätte ich das Buch selbst gekauft. Ich hätte mich geärgert. So hab ich nur 10 Tassen Kaffee dabei vernichtet.


An dieser Stelle freue ich mich gerne über eine kleine Kaffeespende. Den Kaffee ist der Energiespender aller Künstler. Besonders für die, die keinen Alkohol trinken. Per Paypal einen Euro für einen Kaffee.






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