Aufbruch

Nachdem ich in den letzten Tagen recht Ideenlos war. Und mich wieder an der Produktfotografie versucht habe. Kamen die Ideen langsam zurück. Vielleicht lag es auch daran. Dass ich mir auf verschiedenen Fotoportalen die Arbeiten von Kollegen aus der ganzen Welt angesehen habe. Die Kollegen zu kopieren liegt mir dabei fern. Eher sind es ihre Motive, die ich versuche anders in meiner Art umzusetzen. Eins zu eins Kopien bekommt man eh nicht hin. Und das ist auch gar nicht meine Absicht.

Eine hübsche Frau mit einer Maske wurde schon millionenfach fotografiert. Doch ist es immer etwas anders. Sei es von der Maske selbst, der Haarfarbe oder gar der Frisur. Selbst die Lichtführung wird sich oft unterscheiden.

Und auch wenn man, wie ich in diesem Beispiel. Wie sehr viele andere Fotografen ein Ringlicht als Lichtquelle verwendet. Eine Kopie wird es nie sein. Was auch absolut sinnfrei ist, eine Kopie zu erstellen. Den am Ende ist es nicht das eigene Werk. Sondern nur die Kopie des Künstlers vorher. Im Grunde langweilig.

In sehr vielen Facebook Fotogruppen wird nach den Exif Daten des Bildes gefragt. Verschlusszeit, Blendenzahl, Isofaktor und Brennweite. Ich hab mich immer gefragt, wozu muss man das wissen. Es hilft nichts. Den ich kenne nicht die Lichtquelle, die Lichtstärke und den Einfallswinkel des Lichtes auf das Motiv. Doch genau diese Faktoren sind wichtig. Den diese Lichtfaktoren bestimmen. Welche Blende, Brennweite und Belichtungszeit. Ich verwenden muss, um das Bild so zu erhalten. Wie ich es mir vorstelle.

Ein weiter wichtiger Parameter für eine mögliche Kopie eines Bildes sind. Welche Kamera wird mit welchem Objektiv verwendet. Nicht jede Kamera arbeitet mit jeden Objektivs gut zusammen. Jedes Objektiv hat seine Vorzüge und seine Stärken. Es gibt lichtstarke Objektive mit einer Eingangsblende von 2,8. Die sind erst richtig gut bei Blende 8 bis 11. Und es gibt 2,8 Linsen, welche ab Blende 7 flau und unscharf werden. Da für unter 7 spitze sind.

Und noch etwas vergessen die Leute. Welche nach den Exif Daten fragen. Welche persönlichen Einstellungen hat der Fotograf an seiner Kamera noch eingestellt.

Mit diesem Wissen kann man wunderbar lächeln. Wenn man die Daten unter Bildern sieht. Sei es in Fachmagazinen, in Büchern und bei unseren Freunden bei YouTube. Den eines sagen uns alle nicht. Wie und wieviel wurde das Bild am Ende nachbearbeitet. Welcher RAW Konverter wurde dabei verwendet.

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Ich möchte es Euch an diesem Beispiel verdeutlichen.

  • ISO 640
  • Brennweite 58 mm
  • Blende f/5,0
  • Belichtungszeit 1/125 Sek
  • Kamera Canon 6D Mark II
  • Objektiv Canon 24 – 105 4.0 L IS USM
  • Neewer Ring LED Licht R129
  • Maske Hartleder von Amazon

Damit habt Ihr alle Daten um dieses Bild zu kopieren. Doch etwas Entscheidendes fehlt Euch.  Euch fehlen die Angaben zur Entfernung von Lichtquelle zum Model. Sowie vom Model zur Kamera. Dazu fehlen auch die Angaben vom Winkel der  Lichtquelle zum Motiv. Und die Information was an dem Bild geändert wurde. Was wurde retuschiert und was nicht.  Der Lippenstift war im original knallrot. Die Haarfarbe ein helleres Braun. Die Maske selbst am Rand zu groß. Und der Ausschnitt um die Augen an der Nase zu hässlich.

Man kann, ja man darf sich von anderen Fotografien Inspiration holen. Doch man sollte sie nicht kopieren. Auch den Still von anderen sollte man nicht kopieren. Ein Workshop sollte niemals das Ziel haben. Das die Teilnehmer genau solche Bilder machen wie der Veranstalter. Ein Workshop sollte mehr die mögliche Art und Herangehensweise verdeutlichen. Es gibt nichts Langweiligeres, wenn alle wie Kaplun, Hollywood, Wiesner, Fischer und Co fotografieren. Zwar im Mainstream aber langweilig. Da austauschbar.

Der beste Weg zu besseren Bilder? Geht raus und macht EURE Bilder. Und versucht niemals. Das Eure Bilder allen gefallen.