Zuhören

Zuhören. Das einfach Zuhören. Das haben wir alle verlernt. Haben uns es abgewöhnt.

Nein, das flüchtige Hören kennen wir alle. Hören die Worte des Gegenübers, die Worte von Nachrichten.- und Wettermann. Hören die Worte der Bosse und Börsenberichterstatter. Hängen an den Lippen von Influencern und Werbeonkels. Folgen den Worten des Finanzberater. Lauschen Worten, welche oft nur wenig Wert für uns selbst haben. Und nur das eine von uns wollen.

Wir hören ab und an den Worten von Freunden, Partnern, Gönnern, Bekannten und Kritikern zu. Oft zu flüchtig, oft zu oberflächlich. Oft mit nur einem Ohr.

Wir hören vieles, hören vielem zu. Lassen uns beschallen und hören doch nichts. Hören nicht richtig hin und verstehen dadurch nichts.

Nichts hören wir, besonders das was wichtig ist überhören wir. Merken es nicht einmal, wie wenig wir zuhören.

Wir hören nicht das Fallen des Tropfens. Hören nicht den sachten Wind in der Baumkrone. Hören nicht die Tiere in Wald. Hören nicht das sanfte Plätscherns des Bach. Und hören nicht das innere unseres Gegenübers.

Taub sind wir für die leisen Töne der Gefühle, des Lebens und auch der Vergangenheit. Hören nicht die Ängste der Menschen in unserer Nähe. Hören nicht die Liebe und Zuneigung des anderen.

Nur das laute Geschrei der Möchtegern, der vermeintlichen Macher, des Reichtum und der Macht dringt in uns vor.

Wir hören nicht einmal auf uns selbst. Hören nicht, was uns guttun könnte. Hören nicht die Warnungen aus dem eigenen inneren.

Wir hören einfach nichts mehr. Und können auch nicht mehr zuhören.

 


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14 Kommentare

  1. Ich hätte ein anderes Bild zu dem Text gewählt… das erst einmal. Ich finde keine Verbindung dazu. Aber ich habe erst vor kurzem eine gute Erfahrung gemacht. Ich habe mir SELBST mal zugehört… meinem Körper zumindest… und der sagte mir: Wäre mal ganz gut die Ohren zu checken… gesagt, getan. Die Folge davon: Jetzt hab ich ein paar Hörgeräte, kann endlich wieder an Gesprächen teilnehmen und gute Musik hören… und es geht noch weiter. VERSTEHEN hat ja auch etwas mit zuhören zu tun. Verstehen in beide Richtungen. Eben hören UND begreifen… nicht einfach diese Geschichte. Man kann natürlich auch nur zuhören… das geht auch…

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  2. Auch wenn man zuhören könnte bzw. täte, viel verstehen würde man sowieso nicht. Ich meine jetzt nicht das Plätschern des Bachs, sondern das Gegenüber. Menschliche Kommunikation funktioniert nur oberflächlich und auch dann noch mit Missverständnissen. Tiefgang ist da sehr selten, also die grosse Ausnahme und dann ist es grosses Glück, das zu erleben. Ich denke, das ist grundsätzlich so, weil jeder in seiner eigenen Blase lebt. Wenn wir Aussagen interpretieren, wer garantiert uns, dass wir richtig liegen? Manchmal kann man das Gegenüber fragen und es weiss es oft selbst nicht… Traurig, aber das ist schon meine Lebenserfahrung.

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  3. Beeindruckend dein Text.
    Beeindruckend deine Gedanken.
    Beindruckend auch das Foto.
    Welches bei so eine tiefsinnigen Geschichte leider unter geht.
    Zuhören, ich sag schon nix mehr in der modernen Welt.
    Vor einiger Zeit wurde mir mal gesagt, du bist zu leise.
    Vielleicht ein Grund weshalb ich zuhöre und keiner mich hört?
    Viele Grüße
    Günter

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      • Als auditiver Mensch ist es bei mir vllt stärker als bei anderen.
        Wobei ich gut differenziere ob etwas wichtig oder eher unwichtig ist.
        Nicht umsonst schaltet das Gehirn ab und man nimmt nichts mehr richtig wahr.
        Wie sind halt mit zuviel beschäftigt und umgeben, am Besten drei Dinge gleichzeitig. Da muss zwangsläufig etwas auf der Strecke bleiben.

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  4. Doch es geht.
    Mir ist jedoch aufgefallen, dass wenn man vor einem echten Zuhörer sitzt, dann wird es für einen selbst schwieriger. Da man weiß, dass der andere zuhört.
    Insgesamt ist es also eine Aufgabe beider Parteien. Das schwierige an der Situation ist die richtige Auswahl der Erzähler und Zuhörer.
    Oftmals erzählen wir nämlich auch den falschen Menschen unsere Gedanken. Manchmal sind es die falschen Gedanken für den richtigen Menschen und und und.
    Kommunikation ist wirklich schwer. Seitdem ich bushcrafte und ohne weiteres eine Woche niemanden habe zu quatschen, ist es es nach ein wenig Übung dazu gekommen, dass ich mir wesentlich besser die Menschen raussuchen kann, denen ich etwas erzählen möchte. Diese sind auf Grund meiner langen „Stille“ meist hoch erfreut, wieder etwas von mir zu hören.

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