Problem

Ich bin. Ja was bin ich eigentlich? Diese Frage hab ich mir so oft in den letzten Jahren gestellt. Nicht weil ich daran Spaß hatte. Sondern damit ich mich irgendwie in die politische Landschaft dieser vollkommen durchgedrehten Gesellschaft einordnen kann.

Ich muss arbeiten. Ein Arbeiter. Obwohl nun eigentlich inzwischen Angestellter. Was aber nicht anderes ist. Der Arbeiter schafft was mit den Händen, der Angestellte verwaltet dieses, zum Ziele der Gewinnsteigerung. Beide zusammen kann man als Proletarier bezeichnen oder Arbeitnehmer. Was nichts anderes aussagt. Man ist ein moderner Sklave. Der um die Kaufkraft zu steigern, ein paar mehr Vorteile zu den Sklaven im Römischen Reich und den USA hatte. Damals wie heute haben Sklaven nur die Aufgabe, den Sklavenhalter reicher zu machen.

Ich bin in Deutschland geboren. Ein Deutscher. Gut dafür kann ich nun wirklich nichts. Es hat keiner vorher gefragt was man werden will. Ich durfte die deutsche Sprache und Kultur von klein auf erlernen. Und damit ich mich auch wirklich als Deutscher fühle, vermittelte man mir Schuldgefühle. Damit ich niemals die Taten der Vergangenheit vergessen würde. Ich hatte persönlich zwar nichts mit den Taten zu tun. Fand sie auch nicht besonders gut. Doch bezahlen durfte auch ich die, mit den mir anerzogenen Schuldgefühlen.

Ich bin sozial. Ein Sozialist. Also nicht so ein Sozi der den Linken oder der Verräter Partei SPD hinterherläuft. Auch kein Sozi der den Kommunisten ein Stimmten geben würde. Ich bin mehr so ein Mensch, der den Gedanken der sozialen Gesellschaft Sau gut findet. Die Ausgeglichenheit von Arm und Reich. Wer viel verdient kann auch viel Steuern für das Allgemeinwohl vertragen, hat er doch auch etwas davon. Wer wenig verdient sollte wenig Steuern bezahlen und Unterstützung erhalten. Der gesellschaftliche Arbeitswert eines Altenpfleger*innen ist doch mehr wert als die des Bankfilialleiter*innen.

Ich bin national. Ein Nationalist. Weil ich hinter meinem Geburtsland stehe. Etwas was ein Franzose, ein Däne, ein Spanier und ein Amerikaner ungestraft auch sein darf. Zu seinem Heimatland stehen. Auch wenn ich keinen Einfluss auf den Ort meiner Geburt hatte. Fühle ich mich der Nation, in der ich aufgewachsen bin verbunden. Und man glaubt es kaum, ich lehne die Einmischung von anderen Staaten ab. Schwenke die Fahne des Landes beim Fußballspiel.

Ab jetzt kommt das ganze Drama zum Vorschein. Den Zusammengefasst liest sich das dann so.

Ich bin also ein nationaler sozialer deutscher Arbeiter. Der jetzt auf gar keinen Fall sich zu einer Partei zugehörig fühlen darf.

Den zieht man nun die einzelnen Buchstaben zusammen. Wäre ich etwas, was ich auf keinen Fall bin. Und doch ist dieser Text ein gefundenes Fressen für die Schnellentglaser ohne abgeschlossenes Studium oder Berufsausbildung aus Berlin Kreuzberg.

Oh stop halt. Dort hausen sie ja nicht mehr. Kreuzberg ist dafür viel zu teuer geworden. Schließlich brauchen die ökologisch demokratischen Veganermuttis mit Beamtenstatus große Wohnungen. Die auch etwas teurer sein dürfen. Es aber für den Prenzelberg nicht finanziell reichen würde.

Leben und lesen. Aber nicht alles glauben, was in den Zeitungen steht.


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Sicherheitshinweis. Der Text kann Spuren von Satire enthalten.

Der richtige Weg? Wer gibt die Richtung vor? Und ist diese richtig?

14 Kommentare

  1. Ja, du hast mich auf witzige Art zum Überdenken gebracht. Das machst du recht gut. In erster Linie bin ich einfach ich und versuche, es auch zu bleiben. Ehrlich und möglichst unverstellt. Ich hab mich entschlieden, mir nicht auch noch selbst einen Stempel aufzudrücken, das machen andere schon. Viel wichtiger ist mir, wie ich bin.

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    • Man selbst drückt sich weniger den Stemple auf. Das Machen andere um so wilder und geistfreier. Und genau das ist was gar nicht geht. Warum soll ich mich dafür erklären, nur weil irgendwer einen Bruchteil eines Textes oder Antwort aus dem Kontext gerissen hat und mir dann seinen Radiaklstempel aufdrücken zu müssen. Das ist doch das eigentlichen Problem dieser Zeit.

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  2. Die Deutschen und Deutschland, eine sonderbare Beziehung, die sich über Jahrzehnte aufgebaut hat. Die einem über Jahre eingetrichtert worden ist. Dazu noch zu einer Zeit wo es Deutschland 2x gab. Drüben und Hüben. Ich habe lange gebraucht um das zu verstehen und zu akzeptieren. Doch es kam der Wandel, ein Wind von Freiheit durchwehte unser Land. Bis heute für mich der bewegenste Moment.
    Zum Fall der Mauer war ich Zeitsoldat beim Bund. Ich wollte was tun für unser Land, ich fühlte mich verpflichtet. Ich war stolz in diesem Land leben zu dürfen und wollte etwas zurück geben. Dabei, natürlich war auch eine Weltmeisterschaft dabei, in meiner Bw-Zeit. Nati hatte es schon erwähnt, Fähnchen durften geschwungen werden. Ich hatte meine Fahne im Auto, auf der Ablage, groß, sichtbar. Es gab ja keine zum anstecken ans Fenster. Beim Einkauf in meinem Dorf wurde ich von einem älteren Mann angesprochen, Entschuldigung, sind Sie ein Nazi? Nun gut, Deutschlandfahne und Uniform weckten wohl den Eindruck. Ich stand im Fokus, weil der Zeitgenosse seinen Spruch laut von sich gegeben hatte. Ich verneinte seine Frage und ich wies auf die WM hin und traute mich nicht mehr meinen Stolz kund zu tun. Seitdem gehe ich nur spärlich mit dem Wort und auch National um. Heute ist der Stolz kleiner geworden. Ich bin froh das ich hier leben darf und auch was wir leisten aber ich weiß nicht ob der Stolz von damals noch einmal wiederkommt. Die Erfahrung hat mich gelehrt das ein großer Teil meiner Landsleute nix gelernt hat aus der Vergangenheit. Es ist nicht besser geworden. Wir alle haben Angst vor Vaterlandsstolz und damit gleich ein Nazi zu sein. Wir sollten mutiger sein, wir sollten endlich stolz auf das sein, was für positives erreicht haben in den Jahren, für uns und auch für die Welt. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Zu viele Selbstdarsteller, zu viel Gelaber, zu viel Hätte, Wenn und Aber. Man könnte die Liste ewig fortsetzen. Zum Abschluss, so ein Moment wie zum Mauerfall, so ein Gefühl, so einen Stolz, wird es nie wieder geben.
    Liebe Grüße
    Günter

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    • Günter ich danke dir für deine Worte. Ich finde es schlimm wenn man nicht zu seinem Land stehen darf. Ohne direkt als etwas bezeichnet zu werden, was man gar nicht ist. Alle können es tun nur wir nicht. Sicher darf man nie die Vergangenheit vergessen. Doch muss es einem auch nicht permanent um die Ohren fliegen.
      In der Medizin sagt man, zu viel ist schnell zu schlecht. Die richtige Dosis macht es aus. Und das sollte man auf andere Bereiche ausdehnen.
      Mhh hast mir gar nicht erzählt, dass du bei Y – Tour warst. 😉
      Ich wäre auch hin, nur hab ich mit den Kasernenoberfuzzi eine kleine Meinungsverschiedenheit gehabt. Die von meiner Seite nicht reparabel war.

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      • Dieses ständige Bewerten geht mir ab. Lass doch Menschen Menschen sein. Verschieden,mit unterschiedlichen Vorlieben und kleinen Freuden, solange diese niemandem schaden.
        Wenn einer waschechter Nazi ist, merkst du es schon. Das macht sich nicht an einem Fähnchen fest. Dem bin ich aber auch gewillt, entgegen zu treten und mich auseinander zu setzen.

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      • Witzig finde ich dass wir die Flagge nur zur EM und WM raushängen. Danach wird sie schleunigst wieder in die Versenkung gesteckt. Zuviel Stolz darf ja nicht sein.
        Wobei ich schon finde das jeder einen gewissen Stolz in sich tragen sollte. Einen stolz sich selbst gegenüber, sich nicht für alles herzugeben, mit geraden Rücken durchs Leben zu gehen und nicht kleiner machen als man wirklich ist. Aber selbst da heißen nicht alle gut. 🙄

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      • Ich hänge nie eine Flagge raus, mir gefällt sie nämlich nicht. Flaggen und Hymnen sind mir egal. Verurteile oder veralbere auch niemanden dafür. Ansonsten stimme ich dir völlig zu. Stolz sein kann man doch nur auf selbst Erreichtes. Wir sind Weltmeister oder Wir sind Papst geht so völlig an mir vorbei. Ich freu mich mit, aber es ist nicht mein Erfolg. Es gibt Dinge, die ich mag, einige die ich bewundere in diesem Land, aber auch genug, das mir gehörig auf den Zeiger geht. Und ich bin dankbar dafür, in einem so privilegierten Land und so langer Zeit des Friedens geboren zu sein. Auch das ist nicht mein Verdienst. Deshalb fühle ich auch keinen Nationalstolz, aber eine starke gesellschaftliche Verantwortung.

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      • Guten Morgen Caro.
        Ich finde etwas Stolz auf unser Land täte uns ganz gut. Wenn ich mir andere Länder und deren Stolz ansehe. Mit welcher Inbrunst sie zu ihrem Land stehen. Uns wurde stattdessen, wie Lars richtig schrieb, die Schuld eingepflanzt. Schuld für etwas wofür unsere Generation nichts kann. Ich bin nicht fürs Vergessen, daran sollte immer erinnert werden zu welchen grausamen Taten Menschen fähig sind. Damit dies, hoffentlich, nie wieder passiert. Aber diese Schuld hindert uns stolz auf unser Land zu sein. Das erkennt man auch daran wie wir unsere Werte und Gebräuche verkaufen. Stück für Stück stecken wir zurück, werden andere Namen benutzt, nehmen zuviel Rücksicht auf andere, verkaufen uns. Auch wenn ich nicht Gläubiger bin, so gehören die Werte und Gebrauche zu meinem Leben. Ich bin damit groß geworden, das macht und ein Stück weit aus. Stattdessen machen wie den Bückling, wegen dieser Schuld. Diesen Weg möchte ich nicht mitgehen. Lasst uns alle etwas stolz sein in solch ein Land leben zu dürfen.

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      • Also ich finde diese überbordenden Nationalstolz vieler Länder einfach nur peinlich. Besonders bei den USA krieg ich die Krise, wie diese Nationalhymne überall gejallert wird, bei Sportveranstaltungen schalt ich weg, bis es vorbei ist. Das zerrt förmlich an meinen Nerven. Ich bin kein Mensch für Symbole, mag auch keine Statements auf T-Shirts usw.
        Ich liebe die deutsche Sprache in all ihrer Vielfalt, die Literatur, besonders derer, die aus dem Land gejagt wurden, mag die vielen verschiedenen Landschaften, aber auch die anderer Länder. Ich liebe die Musik, aber nicht mehr als die aus Spanien, Südamerika, Afrika, Orient, Russland, jüdische Musik usw. Das alles bringt meine Seele zum Klingen.
        Die meisten Grenzen sind doch willkürlich, mehrfach verändert worden. Sie sind für mich nicht maßgeblich.
        Was die Bräuche betrifft, so ignoriere ich Umbenennungen und oft auch die englischen Begriffe für Dinge. Ja,sie machen uns aus.
        Mir ist als Kind keine Schuld eingepflanzt worden, eher ein Auftrag durch Vater und Großvater, aufmerksam zu sein und unter allen Umständen zu vermeiden, dass die entsetzlichen Dinge je wieder geschehen können. Wie wichtig das ist, kann man ja seit Jahren beobachten. Das Ausmaß beschämt mich.
        Vielleicht eigne ich mich mehr zum Weltbürger. Dankbar bin ich gewesen, hier aufwachsen zu dürfen, stolz aber nicht.

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