Ungläubig

Es ist nun leider schon ein paar Jahre her. Das ich meine heimliche Liebe, die Insel Usedom, besucht habe. Und noch viel länger ist es her. Das ich in Peenemünde war. Um die alten Anlagen des Raketenentwicklungsgelände. Sowie die alten NVA Militärbasis anzusehen. Zusammengefasst wurde das damals schon in dem historischen technischen Museum Peenemünde. Doch in über 10 Jahren ändert sich so viel. Und wie ich heute festellen mußte. Nicht unbedingt zum besten.

Die seiner Zeit interessanten Objekte sind einfach verschwunden. Heute stehen nur wenige Exponate zur Besichtigung. Das sind gut und gerne ein Minus von 70% der großen Exponate.

Dazu hat sich das ganze Gelände sehr verkleinert. Gab es damals noch ein Stück der Molle. So steht heute ein Zaun. Das alte Torpedoboot wurd auch ausgelagert und verlangt wahrscheinlich zusätzliche Eintrittsgelder. Ich hab es mir dann verkniffen. Diesem auch noch einem Besuch abzustatten. Die neun Euro für das Museum waren schon sehr fett.  Dabei muss ich zugeben, das ich die Innenausstellung nicht besucht habe.  Diese hauptsächlich über die Zeit der NS Diktator geht. Und ein wenig über die Technik das Kraftwerkes.

Ich hatte mir erhofft, das man auch einmal die Zeit der DDR Armee mit in das Museum einbaut. Über das Leben und Arbeiten der Soldaten in der DDR.  Doch da wird man enttäuscht. Man verdrängt die jüngere Geschichte so sehr. Besonders wenn es,der Kommerz des Turbokapitalismus im Vordergrund steht.

Empfehlen kann man das Museum leider gar nicht mehr. Was eigentlich sehr schade ist. Ist es doch die Wiege der Raumfahrttechnik auf der ganzen Welt. Der ganze Entwicklungsstab um Werner von Braun. Wurde in die USA oder UdSSR ausgeflogen. Da spielte die Mitgliedschaft in der NSDAP keine Rolle mehr.

Heute gibt es am Hafenbecken nur wenig geschichtlich technisches Objekte.  Dafür nur Fischbuden und Fresstempel. Geschichte, wie auch immer sie war. Schaft man in der Moderne ab. TV und Youtube sollen scheinbar reichen. Und wer mehr wissen will, soll sich Bücher kaufen. Geschichte zum anfassen. Zu teuer, zu platzintensiv.  Die Yachten der neureichen Bürger brauchen schliesslich Platz. Und Essen müssen die Besitzer ja auch. Und wer weiss schon auf was so ein Yachtbesitzer Hunger hat. Spätestens wenn Starbucks in Peenemünde einen Standpunkt eröffnet. Kann man sich den Besuch schenken.

P8060124
Fieseler Fi103. Der erste Marschflugkörper der Welt auf der Startrampe.

 

2 Kommentare

  1. Hallo Lars,
    die Deutschen und ihre Geschichte, ein ewiges Thema auf der einen und kein Thema auf der anderen Seite. Was damals von Deutschen angestiftet worden ist, ist ohne Frage schwerwiegend und wird uns ewig begleiten. Der Grund weshalb dieser Teil der Geschichte Priorität hat und alles andere nur sekundär ist. Trotzdem geht immer noch Faszination aus dieser Zeit hervor und manchmal steht man vor einem Artefakt und denkt, Hammer was die damals drauf hatten und was daraus entwickelt wurde. Ich hätte gerne Peenemünde nach der Wende gesehen, war mir leider nicht vergönnt und so muss ich das nehmen was noch vorhanden ist, sofern ich es mal dorthin schaffe. Wieder eine schöne Erzählung und ein Erfahrungsbericht. Das Foto vom Marschflugkörper anno dazumal hat was in der Form. Hätte gerne noch ein paar Fotos dazu gesehen.
    Sonnige Grüße
    Günter

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  2. Das ist sehr schade, Lars, da gebe ich Dir recht. Ich bin da vor ein paar Jahren mit dem Rad von Zinnowitz aus hin gefahren. Die Fahrt am Wald mit den Warnschildern vor den Munitionsresten entlang war sehr bedrückend. Und die Exponate eigentlich ja auch, auch wenn von ihrer Technik eine gewisse Faszination ausgeht.

    Wenn das jetzt weg ist…. Ein Verlust.

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