Planlos

Seit zwei Tagen schreibe ich an einem Text herum. Ohne genau zu wissen, was es am Ende wird. Für eine wissenschaftliche historische Ausführung fehlt mir die Ausbildung. Und sehr viele Quellennachweise. Für einen Roman ist der ganze Text ohne eigentliche Handlung.

Für eine Analyse aus meiner Sicht der Geschichte habe ich, so mein empfinden zu wenige breit gestreute Informationen. Zwar hab ich Quellen auf die man sich berufen kann. Als neutral, fachlich und wissenschaftlich korrekt kann man diese Quellen nicht beschreiben.

Es gibt da nur schwarz und weiß. Nur gut und böse. Je mehr Texte, Berichte und Veröffentlichungen ich lese. Umso mehr erkennt man die harten Fronten zwischen den Parteien. Eine sinnvolle, der Wahrheit entsprechende Aufarbeitung der Geschichte wird niemals möglich sein.

Die Geschichte schreibt ja immer der Sieger. Und wahre Publikationen das Verlierer findet man selten. Wahre Publikationen die nicht versuchen die Schuld zu leugnen, die mit nachvollziehbaren Fakten den Sachverhalt erklären.

Das die Geschichte der Sieger sehr oft geschönt ist, liegt leider in der Natur der Sache.

Und jetzt komm ich mit einem Text, in dem ich versuche für mich selbst die Wahrheit der Geschichte ein wenig transparenter zu machen. Für mich selbst wohlgemerkt, den hier auf diesen Blog würde es das falsche Thema sein.

Geht es doch hauptsächlich um meine Art der Fotografie hier auf diesem Blog. Auch, wenn ich oft in andere Themen abrutsche. Storys, Geschichten aus meinem eigenen Leben, Krimis in kurzer und ganz kurzer Form, dazu meine Meinungen zu anderen Bloggern oder YouTubern prägen den Inhalt zwischendurch immer wieder.

Doch dieser Text, an dem ich nun schon seit zwei Tagen schreibe. Stellt immer und immer wieder die Frage nach der möglichen Veröffentlichung, wenn ich irgendwann mal ein Ende gefunden habe.

Schreibt man Texte für sich selbst. Die man am Ende seines Lebens mit ins Grab nimmt. Oder schreibt man Texte, damit diese auch von anderen gelesen werden können?

In diesem Moment der Planlosigkeit und Ratlosigkeit wünsche ich mich zurück an den Weststrand. Um im Sand zu sitzen, auf das richtige Licht zu warten. Und den Gedanken über das hier und jetzt nachzugehen.

4 Kommentare

  1. „Schreibt man Texte für sich selbst. Die man am Ende seines Lebens mit ins Grab nimmt. Oder schreibt man Texte, damit diese auch von anderen gelesen werden können?“

    Meine Ansicht dazu: Jeder Text wir zuvörderst für die Schreiberin selbst geschrieben, vielleicht sogar nur deshalb, weil sich vom Schreiben zumindest Klarheit, Sortierung, EINE Erkenntnis erhofft wird. (Tagebücher werden ja auch geschrieben.) Mit ins Grab nimmt keine, was sie je schrieb, aber vielleicht wird und bleibt es vergessen. Einen Text anderen zum Lesen anzubieten, vielleicht sogar dann, wenn er unfertig, unrund und belanglos zu sein scheint, ist eine schwierige Entscheidung, jedenfalls beim allerersten Text. Danach kann es sogar zu einer empfundenen Notwendigkeit werden.

    Auch ich schreibe zuerst für mich. Viel, sehr viel. Manches davon lasse ich dann frei …

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    • Dann hab ich mich entschieden. Der Text wird hier irgendwann zu lesen sein. Auch wenn es ein schweres Thema sein wird. Texte müssen freigelassen werden. Den nur in Freiheit kann man lieben und sich entwickeln.

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  2. Ich denke, ich weiß, was dich noch immer umtreibt, habe ich deinen vorigen Beitrag ja mit großem Interesse gelesen. Sicher haben das einige. Aber es ist schwer, etwas dazu zu schreiben, wenn man die starke Betroffenheit dahinter spürt. Nur ein paar Worte bringen dir ja nichts, denke ich. Ich werde dazu noch einen längeren Kommentar schreiben, so wie ich es erlebt und beobachtet habe, aber nicht völlig subjektiv. Sobald ich die Zeit finde.

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