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Erinnerung

Anfang – Mitte der 1980er Jahre, lebte ich noch in der DDR. Jenen Staat der plötzlich weg war. Nicht das ich darüber traurig bin. Im Gegenteil ich finde es gut das es wieder einen gesammt deutschen Staat gibt. Ob dieser jedoch in der aktuellen Situation der perfekte oder der bessere ist. Das zu beurteilen mag ich mir nicht anmassen. Eines kann man aber durchaus ganz unkritisch feststellen. Die vermeindliche demokratische Freiheit ist es nicht. Dazu gibt es viel zu viel Zensur in den Medien inklusive des Internet. Doch dies soll nicht zum Thema in diesem Beitrag werden.

Anfang der 1980. Jahre durfte ich, wie so viele Kinder der DDR. In den großen Sommerferien in ein Ferienlager verreisen. Weit weg von zu Hause mit gleichaltrigen Freundinnen, Kumples und Freunden. Man kannte sich gut, wohnten wir doch alle im gleichen Stadtteil. Und die Kumpels die nicht in der Nähe wohnten, traf man Jahr für Jahr im Ferienlager wieder. Unbeschwerte 2 später 3 Wochen durften wir da verleben. Waren meist schmutzig bis an den Haaransatz, oft auch ein wenig Erkältet wenn man wieder zu Hause war. Aber wir waren zufrieden und glücklich.

Diese Ferienlager hatten eigentlich den Zweck uns zu ehrenvollen Bürgern des Sozialimus zu erziehen. Aber irgendwie ist das bei uns nie so richtig gemacht worden. Klar gab es den Fahnenappel am Anfang und am Ende des Ferienlagers.  Dazwischen hatten es die Betreuer aber vergessen oder auch keine Lust dazu. Schwimmen im See oder an der Ostsee, Wandern durch Felder und Wälder. Fussball oder bei schlechtem Wetter Tischtennis spielen waren die Hauptbetätigungen. Nur unterbrochen durch sowas vollkommen unnötigen wie Schlafen und Essen. Wobei auf die Nachtruhe wurde extrem stark von Seiten der Betreuer geachtet. Im Nachgang würde ich behaupten, daß sie auch was besseres vorhatten als uns Rasselband unter Kontrolle zu halten. Für die Mädchengruppen gab es schliesslich weibliche Betreuerinnen für uns Bengels demzufolge männliche.  Ich kann mir da einiges gut vorstellen 🙂

Wie Jungs hatten immer, jedes Jahr aufs neue. Am Ende zuviel ungetragene Klamotten im Koffer. Dabei sprech ich nicht von Unterwäsche. So ein Nicky und eine kurze Hose konnte man schon gut 10 Tage tragen. Solange das Zeug nicht von alleine vorm Bett stand. Schwarze Füsse und Sand im Bett war bei uns Bengels eigentlich Standart. Krank ist davon keiner geworden. Läuse und andere nette Tierchen gab es auch nicht. Gewaschen haben wir uns schon. Gut manchmal recht flüchtig. Besonders wenn man mit den Kumples noch was vorhatte. Richtig gründlich gewaschen haben wir uns immer dann wenn wir die Mädchen in der gleichen Altersgruppe besucht haben.

Überhaupt das mit dem Mädchen. In so einem Ferienlager lernte man so ein paar wichtige Sachen von dem Mädchen. Händchenhalten und Küsschen waren die Anfänge. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Es fing ganz harmlos mit dem Flaschendrehen an. Zeigte die Flasche auf einen mußte man das Mädchen küssen welches die Flasche gedreht hat. Was haben wir Bengels uns da am Anfang angstellt. Waren es doch nur Küsschen auf die Wange. Heute hab ich Tränen vor Lachen in den Augen, damals mehr als weiche Knie. Nach dem Ferienlagen waren wir Bengels aber perfekt im Knutschen. Sogar auf den Mund. Und mit diesen Erfahrungen konnte man ja zu Hause bei den Mädels wieder punkten.

Und was hat das alles mit den Bild unter dem Beitrag zu tun ? Nun 1983 waren wir im Ferienlager an der Ostseeküste. Nicht direkt an der Ostsee sondern am Saaler Bodden und somit gar nicht weit von Darß und Zingst weg. Und ich kann mich gut an einen Abend erinnern. Am Abend war Kino auf dem Programm und wir Kinder freuten uns schon sehr darauf. Nachdem Abendessen ging es los ins örtliche Dorfkino. Doch der Film war die Pleite schlechthin. Irgendein russischer Kinderfilm den man schon kannte. Der dazu mehr als langweilig war. Und so verrückten sich 5 Mädchen und 5 Bengels im Schutz der Dunkelheit aus dem Kino. Um an Strand die Kusstechnik zuverfeinern.  Und wir 10 hätten es gerne noch an dem Abend weiter vertieft. Wenn unser Kumples nicht eine gepflegte Kinoschlägerei mit der Dorfjugend angefangen hätten.

Doch so viel unsere Abwesendheit zu früh auf. Und wir mußten zurück zu unseren Gruppen. Wobei ein paar der Mädels so sauer waren, das sie direkt die Mädchen der Dorfjugend vermöbelt haben. Kleinlich waren wir alle nicht.  Haben wir Jungs im Fussball zwar gegen die Jungs aus dem Berliner Ferienlager verloren. Doch nur mit den Toren. Wärend wir von Platz liefen, sahen die Berliner doch recht ramponiert aus. Es sollte ein zweites Fussballspiel geben. So hatten es sich die Lagerleitung von uns und die der Berliner vereinbart. Doch dazu kam es nie. Lag warscheinlich daran, daß die Berliner am Morgen des Tages, wo dieses zweite Spiel stattfinden sollte. Ihre Schuhe nicht finden konnten. Und wir sie trotz intensiver Suche erst am nächsten Tag finden konnten.

Und noch etwas ist mir dabei gut in Erinnerung geblieben. Die Schönheit der Natur da oben im Norden.

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Weststrand Darß-Zingst im Abendlicht
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Ein Kommentar zu „Erinnerung

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  1. Zu deinem geplanten Bildband solltest du noch deine Geschichten einplanen.
    Hast ja einiges erlebt aus der, für uns Wessis, verbotenen Zone.
    Macht eigentlich ein wenig neidisch.
    Wie war das noch mit der Freiheit? (zumindest in der Jugend)
    Grüße
    Günter

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