Werbeanzeigen

Models vs. Fotograf Teil 1

Schon seit ein paar Wochen, wenn nicht Monaten beobachte ich eine Sache. Die mich immer mehr aufregt. Die auch scheinbar immer mehr Überhand in der Scene der Aktfotografie nimmt.

Es ist das Verhalten und die Forderungen der Model. Welches teilweise recht unverschämte Ausuferungen bekommt.

Um es gleich an dieser Stelle zu sagen. Das hier gezeigte Model hat damit nicht zu tun.

IMG_5287

Für viele Hobbyfotografen, so wie ich einer bin. Ist ein Modelsharing die preiswerte Alternative. Um ein gutes Model ablichten zu dürfen. Eine handvoll Fotografen buchen sich zusammen ein Model. Oder ein Studiobetreiber bucht ein Model und stellt Studio und Model interessierten Fotografen gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung. Bis hier hin ist alles gut. Auf neudeutsch eine Win Win Situation. Für alle Beteiligten.  Und der Nebeneffekt ist auch nicht von der Hand zu weisen. Kontakte. Das einige Fotografen dann auch bereit sind. Das eine oder andere Bild dem Model zu schenken ist auch okay.

IMG_5307

Doch an diesem Punkt beginnen die Model, nicht alle muß man dazu sagen, unverschämt zu werden. Für ihre Dienstleistung haben die am Ende des Sharrings einen Geldbetrag erhalten, und sind somit bezahlt worden. Die Bilder die sie erhalten sind ein Trinkgeld.  Auch bis hierhin ist noch alles okay.

Doch was dann passiert ist an Frechheit oder Dreistigkeit kaum noch zu überbieten. Um das verständlich zu erklären muss ich ein wenig ausholen.

Das Sharing ist vorbei, die Bilder gemacht. Schlechte Bilder aussortiert, die guten Bilder behalten. Die ganz guten Bilder noch ein wenig bearbeitet um diese dann auf der Fotografen Setcard oder einer Homepage als neuste Arbeiten zu präsentieren. Um sich, ja ich gebe es gerne zu, an den Likes, Zuschriften von Form von Lob und Hinweisen und an den Zugriffzahlen zu ergötzen. Also den Beifall der Betrachter zu geniessen. Und selbst dem Model gefallen die Bilder. Alles ist gut, alles ist perfekt.

Doch jetzt passiert eines. Das Model ist von den Ergebnissen des Fotografen, ja nennen wir es mal so, begeistert. Und möchte eine weitere Zusammenarbeit. Und so schreibt Sie den Fotografen an, schmiert ihm ein wenig Honig ums Maul. Bittet nach ein paar Bildern ohne jedoch eine Gegenleistung anzubieten.

Kein Wort davon, das sie auf einen Teil ihrer Gage verzichten, kein Wort davon einen Betrag xx für die Bilder bereit sind zu zahlen. Nicht. Gar nichts. Es wird als Selbstverständlichkeit angesehen, das sie diese Ware umsonst bekommen. Es ist selbstverständlich das Fotografen nach dem Shooting noch stundenlang am PC sitzen. Um Falten, Fältchen und Pickel zu entfernen. Da ist ja keine Arbeit. Nein gar nicht.

Nächster Fall. Model und Fotograf sind der Meinung das man noch einmal zusammen arbeiten will. Was für beide Seiten ja nur von Vorteil sein kann. Man kennt sich ja. Model kennt die Arbeitsweise und den Bildstyle des Fotografens. Dieser kennt die „Problemzonen“ des Models und kann in dem Posing darauf eingehen. Diese durch geschickte Lichtführung zu verbergen. Eigentlich alles perfekt. Doch dann kommen die Verhandlungen um den Preis. Und an dieser Stelle prallen zwei Welten aufeinander. Model will Geld, Fotograf auch.  Fotograf bietet an Bilder für Geld, Model will Geld und Bilder. Davon das sie ja schon Bilder von der ersten Zusammenarbeit für Null bekommen hat. Davon ist keine Rede mehr. Im Gegenteil das wird als normal angesehen.

Der Preisnachlass für die Shootingzeit wird bei Models durch die Anzahl der Bilder ersetzt welche sie haben wollen. Gehen wir mal von einem Stundensatz von 50 Euro aus. Wenn ihr nun meint großzügig diesen um 5 Euro zu senken, dafür 5 Bilder zu bekommen. Dann ist das keine Preissenkung, sondern eine Preissteigerung.  Auch 10 Euro Nachlass und 8 Bilder ist für den seriösen Fotografen kein wirkliches Angebot.

Schauen wir uns mal die Preise eines vermeintlich günstigen Fotostudios an. Als Beispiel für so viele andere, die es in jeden größeren Shopping Center gibt. Preisliste

Ein Bild kostet das Model da mal lockere 39 Euro. In Worten EIN Bild. Wenn wir jetzt die 5 Euro Preisnachlass mit den 5 Bildern verrechnen und dafür nur 30 Euro pro Bild einsetzen  wären wir bei 150 Euro + 45 Euro Gage = 195 Euro. Für den Superpreisnachlass von 10 Euro bei 8 Bildern bei netten 280 Euro. Jetzt stehen auf der einen Seite 30 Minuten auf der anderen Seite 60 Minuten.  Die verrechnen wir mal mit der Auflösung der Bilder.  Da die Models die Bilder in einer hohen Auflösung bekommen. Welche selbst einen sehr guten Ausdruck auf DIN A2 ermöglicht. Im Gegensatz zu dem vermeindlichen Superangebot aus den Shopping Center.  Da ist der normale Preis von 50 Euro pro Shootingstsunde ohne ein Bild ein Supersonderpreis.

Und selbst der ist schon fast Wucher. Der besser verdienende Arbeitnehmer bekommt diesen Stundensatz nicht. Und davon muß er auch noch Steuern und Sozialabgaben bezahlen. Und ich möchte wetten, das 90% der Models die mit ihrem Gewerbeschein rumwedeln. Keine Steuern bezahlen. Jedenfalls nicht durch die Einnahmen aus den Shootings.

Ein anderes Thema sind die Fahrtkosten. Welche die Models gerne noch verlangen. Das reicht von 0,30 cent pro Kilometer bis hin zu den Fixbeträge von 30 Euro für die 30 Kilometer für die Anfahrt. An Geldgeilheit ist das kaum noch zu überbieten. Vermeintliche günstige Stundensätze bei den Shootings werden mit der Anfahrt vergoldet. Ich persönlich bin dahin übergegangen, den Models dann auch meine Fahrtkosten ins Studio in Rechnung zu stellen. Ausgleichende Gerechtigkeit kann man das nennen.

Spätestens an dieser Stelle, werden einige den Einwand bringen. Das Models nicht 40 Stunden in der Woche arbeiten oder arbeiten können. Ja wieso nicht, frag ich dann. Die Antwort ist einfach, ja fast schon zu einfach. Sie sind zu teuer, bei zu hohen Nebenforderungen. Gepaart mit schlechter Vorbereitung und schlechter Arbeitsweise.

  • falsche Klamotten bei der Anfahrt angezogen
  • zu knapp an Set erscheinen (erstmal Kaffee trinken und runterkommen)
  • abgesprochene Outfits nicht dabei
  • ungeschminkt
  • wenig Posingsicher

Um mal nur ein paar Beispiele aufzuzeigen. All das ist in keiner Relation zu Ihren Forderungen. Und nicht selten werden dann verdeckte Drohungen ausgesprochen, wenn der Fotograf Kritik oder seinen Missmut äußert.

Liebe Models, ihr mögt über die Fotografen in allen möglichen sozialen Netzwerken schlecht reden und schreiben. Wie böse oder schlecht diese sind. Welche perversen Forderungen sie haben. (Ja leider gibt es auch zu viele schwarze Schafe unter den Fotografen). Doch ihr dürft Euch sicher sein. Auch die Fotografen sprechen miteinander und tauschen sich über die Models aus. Nicht öffentlich, nicht auf sozialen Plattformen. Nein in persönlichen Gesprächen. Schlechte Leistung und überzogene Preise sind da übrigens das Hauptthema. Das beide Varianten nicht das richtige sind, muß nicht extra erwähnt werden.

Am Ende dieses dann doch recht langen Textes muss ich jedoch eines noch klarstellen.

NICHT ALLE MODEL SIND SO UNVERSCHÄMT UND GELDGEIL

nein es gibt Model die sich richtig ins Zeug legen und nur wenig , mache auch gar nichts verlangen. Die gerne vor der Kamera arbeiten weil es ihnen wirklich Spaß macht.

IHR TITTENSÜCHTIGEN MÖCHTEGERNFOTOGRAFEN WARUM ZAHLT IHR JEDEN PREIS?

Weil ihr sonst keine guten Arbeiten abliefern könnt? Weil das glotzen und öfters auch grabschen nach nackter Frauenhaut euch sonst verwehrt bleibt ?

Sollte sich jetzt am Ende eine oder gar mehrere Personen angesprochen fühlen. Dann würde ich diesen Menschen empfehlen. Sich ihr eigenes Verhaltesmuster genauer anzusehen. Dann muß ja was dran sein, wenn man sich angesprochen fühlt.

Leben und Leben lassen. Mehr benötigt es nicht. Zwischen Model und Fotograf.

 

 

 

 

 

 

Werbeanzeigen

2 Kommentare zu „Models vs. Fotograf Teil 1

Gib deinen ab

  1. Hammer Bericht von dir!
    Du hast ja ehrlich schon ne Menge Erfahrung was das angeht, da komm ich nicht mit und die paar Models bei eigener Buchung, die waren immer korrekt.
    Aber ich hab deine Geschichte schon oft gehört und erzählt bekommen, nur so lange es genug „Fotografen“ gibt,
    die das so zahlen und mitmachen, wird sich eben nix ändern.
    Haste auch richtig erkannt aber ich würde sie nicht als Tittensüchtig darstellen, sondern eher an mangelnder Erfahrung. Jeder möchte eben gerne ein Stück vom Kuchen ab haben, die Knipser in Form von Likes und die Models in Form von Kohle. Beides kommt am Stammtisch immer gut. 😉

    Grüße
    Günter

    1. Danke für deine Nachricht lieber Günter. Es wird noch einen zweiten Teil dieses Vergleiches geben. Da werde ich mal die Fotografen ein wenig mehr unter die Lupe nehmen. Denn auch da liegt einiges im argen.

Und was sagst du dazu :)

von Anders Noren.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: