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Tod

Heute morgen las ich den Beitrag eines bekannten Bloggers. Gut man weiß um des Bloggers Selbstdarstellung, quasi der teilweise echt lustigen Selbstvermarktung. Was an sich ja auch kein Problem darstellt. Bringt es einen selbst doch oft zum lächeln, manches mal sogar zum Lachen.

Doch heute morgen war es anders. Die erste Frage nach dem konsumieren des Beitrages war „Was soll das?“. Die recht schnell von der 2 Frage abgelöst wurde „Wieweit darf oder sollte man gehen um mehr Traffic zu bekommen?“ .

Doch um was ging es bei diesem Beitrag ?

Der Blogger berichtet in seinem Beitrag über sein Ableben. Wobei der Versuch es ein wenig lustig oder gar sarkastisch erscheinen zu lassen, wenig überzeugt.  Viel mehr gewinnt man schnell den Eindruck das es mehr um einen neuen Versuch der Eigenvermarktung geht. Mit einem Thema welches in dem Zusammenhang dann doch ein wenig geschmacklos erscheint.

Es ist nicht verwerflich sich mit dem Tod auseinander zu setzten. Im Gegenteil, je früher man sich damit im Leben beschäftigt. Ein höheres Alter sollte man da aber schon voraussetzen. Um so weniger Angst hat man mit den Tod. Mit 20, 30 oder 40 Lebensjahren sollte das Thema des eigenen Ablebens noch kein Thema sein. Und ein wenig Angst sollte da schon noch vorhanden sein. Immer vorausgesetzt das man an keiner schweren Krankheit leidet.

Denn da sieht vieles ganz anders aus. Was der nicht erkrankte Mensch nur wenig nach vollziehen kann.

Ab Ende 40 wird das Thema Tod dann schon ein wenig intensiver im Leben. Die ersten Wegbegleiter weilen dann nicht mehr unter uns, wie man es so hübsch ausdrückt. Um das Wort Tod nicht in den Mund zu nehmen. Doch es ist der Anfang im Leben in dem man sich immer mehr und immer öfter mit dem Tod beschäftigt. Wo man beginnt über ein Testament nach zu denken. Wo es anfängt das man immer weniger Angst vor dem Tod hat.

Doch zurück zu dem oben genannten Beitrag.

Es ist geschmacklos einen Beitrag zu verfassen in dem man seinen eigenen Tod verkündet. Denn es wird mit den Gefühlen von anderen gespielt. Von denen man nicht weiß wie weit sie sich mit dem Thema Tod selbst schon auseinander gesetzt haben.

Noch geschmackloser wird es, wenn man einen solchen Beitrag verfasst um seinen Blog zu pushen. Um Reaktionen zu bekommen, um zu polarisieren oder gar um bekannter zu werden.

Selbst wenn ganz unten der Hinweis steht das man doch noch am leben ist.

Man stelle sich vor. Jemand stelle einen Nachruf über das Ableben dieses Bloggers in die Welt. Einen Nachruf der wenig mit der Realität zutun hat. Das dürfte dem Blogger wenig gefallen. Nein es würde ihn sogar sehr übel aufstoßen. Doch es ist im Grunde nicht anderes als was er selbst gemacht hat. Nur aus einem anderen Blickwinkel.

Ich bin der Meinung das man, wenn man selbst mit 25 Jahren nur sehr knapp von des Gevatter Tod Schippe gerutscht ist. Ein wenig anders über die Verkündung des eigenen Todes denkt.

Ich weiss das besagter Blogger diese Zeilen lesen wird. Und vielleicht versteht er auch weshalb man seinen Beitrag nicht kommentiert, verlinkt oder gar likt. Und an der Stelle sollte er sich die Fragen stellen.

„Ist es wirklich das wichtigste das es nur noch um Selbstvermarktung, Geld verdienen (den mehr Traffic = mehr Geld) geht? Das man für die eigene mediale Präsens mit den Gefühlen von anderen Menschen spielen muß?“

Das Leben ist das wertvollste was der Mensch zeitweise besitzen darf. Geburt und Tod gehören dazu. Doch mit dem wertvollsten Gut sollte, nein darf man kein Schindluder treiben nur um in der medialen Welt einen Vorteil zu ziehen.

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8 Kommentare zu „Tod

Gib deinen ab

  1. Gut, besagter Blogger fällt mit seinem ziemlich schrägen Humor schon länger auf. Deshalb hat mich diese „Nummer“ über sein Ableben nicht im Geringsten überrascht. Im Gegenteil, fand ich frühere Beiträge, wo den Lesern in beinahe jedem Abschnitt kranker Rotz und andere Appetitlichkeiten serviert wurden, schon eher an der Ekelgrenze und diesen Beitrag schon fast ein wenig nachdenklich.

    Er ist nun mal so und vermarktet sich mit seiner auffälligen, manchmal auch grenzwertigen Kunstfigur, die seinem wahren Ich wahrscheinlich sehr nahe kommt. Eigenvermarktung kann man aber keinem vorwerfen, das tun praktisch alle Blogger, oder versuchen es zumindest auf die eine oder andere Art. Man sollte jedoch auch bedenken, dass hier „nur“ eine Kunstfigur scheinbar ablebte.

    Aber die Frage, ob solche Spekulationen über den eignen Tod mit zur „Marketingstrategie“ dazugehören dürfen oder nicht – ich weiss nicht, soll man denn über den Tod keine Scherze mehr machen dürfen, oder wenn ja, dann nur die wirklich „guten“? Ich kann nachvollziehen, dass einem ein solcher Beitrag irritieren kann, dass man ihn auch geschmacklos finden kann, aber ich würde mich immer für die Freiheit des Wortes einsetzen, auch wenn die Grenzen des guten Geschmacks täglich und immer häufiger verletzt werden. Ich bin der Meinung, der „Markt“ der Meinungen reguliert das doch von alleine, oder dann verändert sich eben mit der Zeit der ganze kulturelle Rahmen, denn solche Texte wären vor zwei, drei hundert Jahren wohl mit was weiss ich bestraft worden.

    Ich habe mich selbst, auch schon altersbedingt, intensiver mit dem Thema Tod auseinandergesetzt und glaube, dass wenn man damit mal einigermassen im Reinen ist, man sich durch „Geschmacklosigkeiten“ solcher Art nicht wirklich mehr aus dem Tritt bringen lassen kann. Diese spiegeln vielleicht das Ringen der betreffenden Person um das Begreifen und Klarkommen mit dem Thema wider.

    Etwas ganz anderes wäre es, wenn sich jemand über real Sterbende lustig machen würde. Das hat besagter Blogger jedoch nicht getan.

    LG Franz

  2. Vielleicht hab ich dem besagtem Blogger in einigen Dingen Unrecht getan, durch meine Worte. Jedoch erfasse ich seinen Beweggrund immer noch nicht. Auch wenn er einen Versuch des Erklärens veröffentlicht hat. Den nach dem Warum suche ich darin vergebens.

    1. Letztendlich geht es nicht um diesen Blogger. Das ist ein grundlegender Standpunkt, dem ich zustimme. Tod ist kein Tabuthema, abet man sollte sich schon ehrlich damit auseinandersetzen und nicht mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erhaschen. Aber ich kenne den betreffenden Beitrag nicht…

  3. Hallo Lars

    Den Beitrag habe ich auch gelesen und war direkt geschockt bei der Überschrift. Als ich den Text gelesen habe, habe ich mich nur gefragt, was das denn soll. So richtig weiß ich immer noch nicht, was ich davon halten soll. Auch nachdem ich den Nachfolgepost mit seiner Erklärung gelesen habe, bin ich immer noch sehr unschlüssig. Einerseits habe ich sowieso Schwierigkeiten mit diesem Thema, andererseits gehört der Tod zum Leben dazu. Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Man macht sich da einfach unnötig Gedanken.

    Aber ich denke, dass er damit zumindest sehr viel Aufmerksamkeit erregt hat und sich das auch in seinen Besucherzahlen widerspiegeln wird. Generell mag ich solche Posts nicht, wo es einfach und allein um eine Erhöhung der Besucherzahlen geht. Es gibt auch andere Blogger, die ähnliche Mittel nutzen. Sei es, dass sie einfach mal eine provokante Behauptung in den Raum stellen, andere direkt beleidigen oder provozieren oder reißerische Überschriften posten.

    Erst in letzter Zeit habe ich immer öfter erlebt, dass eine Bloggerin sich immer öfter einer derartigen Möglichkeit bedient und dadurch Besucher auf ihre Seite zieht (aber so auch einige ehemals treue Leser vergrault hat, mich eingeschlossen).

    Ob es bei dem von dir angesprochenen Blogger der Fall ist, weiß ich nicht und ich will auch nichts unterstellen. Einerseits könnte es sein, andererseits passt sein Text auch irgendwie zu seiner Art zu bloggen. Deshalb bin ich ihm deswegen auch gar nicht böse. Eher ein wenig unschlüssig, was ich davon halten soll. Ich denke, es ist einfach seine Art und so wirklich wundert es mich im Nachhinein nicht. Zumindest beleidigt er niemanden oder greift andere Blogger oder Personengruppen direkt an, um seine Besucherzahlen zu erhöhen.

    Auf jeden Fall bleibt er sich und seinem Stil treu, auch wenn das Thema natürlich erstmal ein Schock war. Aber es bringt einen auch zum Nachdenken. Daher denke ich, dass der Beitrag durchaus auch seine Berechtigung hat. Auch wenn ich selbst im ersten Moment total geschockt war und es absolut unterste Schublade fand. So ist er halt, dieser Blogger. Aber ich kann auch deine Gedanken gut nachvollziehen.

    Liebe Grüße,
    Melanie =^_^=

  4. Ich sehe das nicht so negativ wie du. Allerdings habe ich hinter diesem Beitrag auch keine andere Absicht vermutet als einen starken Hang zum Sarkasmus. Bin aber auch nicht erschrocken, denn der Ausgang war mir klar. Es gab durchaus Beiträge, die mich weit mehr erheitert haben, aber das hat mit mir zu tun und nicht mit dem Verfasser. Sarkasmus darf sich m. E. mit jedem Thema befassen, manches ist gar ohne gar nicht zu ertragen. Das sage ich, obwohl ich einige Grenzerfahrungen hatte, eine meiner Töchter vor Jahren tödlich erkrankt und schließlich auch gestorben ist.

Und was sagst du dazu :)

von Anders Noren.

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