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Zwischen Vorstellung und Realität

Durch Zufall fand ich dieses Event vor Monaten im Internet, besser gesagt bei Facebook.

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Große Namen in der Fotoscene versprachen einen interessanten Tag mit guten Vorträgen, Tips und Tricks. Hinweisen und was man sich so alles vorstellt. Und das zu einem Preis der in Ordnung war.  Jeder der in der Fotoscene aktiv ist sind die Namen Calvin Hollywood, Alexander Heinrichs und Pavel Kaplun ein Begriff. Allein durch ihre Kanäle bei Youtube und teilweise durch die massive Werbung bei Facebook.

Wochenlang hab ich mich auf diese Veranstaltung gefreut. Ja ich war schon ein wenig aufgeregt die Jungs live zu erleben. Dazu hatte ich meine  Kalender und auch den von meiner Familie über den Haufen geworfen damit auch nix passieren konnte, was eine Teilnahme gefährden könnte.  Alles klappte und so sass ich dann am Tag der Show pünktlich in Bielefeld im Kino Reihe L Platz 7 und wartete gespannt aus das was mich erwartet.

Pünktlich ging es los. Der Veranstalter begrüßte alle Zuhörer und auch die Dozenten. Letztere natürlich überschwänglich, fast so als wären ihnen gerade der Nobelpreis für , ja für was eigentlich ? , überreicht worden. Ganz klasse, im negativen Sinne, fand ich das einer der Dozenten am Rand der Bühne rumrannte und scheinbar Videos drehte. Als erster Dozent kam dann Alexander Heinrichs auf die Bühne. Er erzählte etwas über Lichtführung bei Modelshootings. Das eine oder andere was er sagte war neu oder eine Überlegung wert. Der Vortrag war nicht schlecht, doch für Fotografen die schon länger Bilder machen, war es  schlicht und ergreifend langweilig. Dazu kam das die Visa wie ein aufgeschrecktes Huhn über die Bühne rannte und ständig an den Haaren des Models zupfte. In dem Moment fing die Sache dann langsam an nach einer Dauerwerbesendung zu kippen.

Lustig war auch das Herr Heinrichs sich das Hintergrundsystem von einer der späteren Dozentin ausgeliehen hatte.  Stellte sich mir die Frage „Hat er es vergessen? Oder war das Event zu preiswert, das man nicht alles mitnehmen muss?“  Was ich allerdings wirklich gut fand. Er sagte „ich versuche das Bild zu 98% mit der Kamera zumachen und nur 2% im Photoshop. Diese Einstellung kann ich nur teilen.  Die fast 1,5h waren trotz allem recht kurzweilig auch wenn es nicht viel neues gab.

Ja und dann kam das was ich gerne als Dauerwerbung betiteln möchte. Angekündigt war eine Speedretusche von 5 Bildern von dem allseits bekannten Calvin Hollywood.  Jeder aber auch wirklich jeder der seine Videos von You Tube kennt muß sich mehr oder weniger verarscht vorgekommen sein. Der ganze Beitrag war eine „Speed“ Zusammenfassung seiner Tutorials.  Gepart mit der Werbung auf seine Seite, garniert mit dem zweiten Bereich seiner Tätigkeit „Workshops für Bussines“. In dem Moment fühlte man sich total verarscht. Alles altes Zeug was nicht einmal im Ansatz neu aufbereitet worden ist. Von Speedretusche hab ich wenig gesehen. Nur der Hinweis das es auf seine Blogseite Looks für die Bildbearbeitung kostenlos zum Downloaden gibt. Hat sich natürlich jeder gefreut und er natürlich auch. Den so kann man sein Traffic massiv anheben.  Mehr Traffic mehr Einnahmen, echt clever.

Alles im Allem war es eine schwache Vorstellung und es stellte sich die Frage „warum zum Henker soll man einen Workshop bei der Firma Calvin Hollywood buchen?“

Diese Frage hab ich dann allerdings auch an meine Begleitung gestellt. Die Antwort war mehr als verblüffend „Das machste am besten gar nicht, weil lernen tut man  wenn man nicht mehr blutiger Anfänger ist, nichts mehr. Aber auch gar nichts.“ In dem Moment war ich sprachlos. Wirklich sprachlos.  Hinterher wurde dann noch erzählt das die Workshops mehr von seinem Team gemacht werden als von ihm selbst. (Er hat wohl auf der Veranstaltung für die Stimmung gesorgt, als wirklich den Leuten was zu zeigen)  Gut das mag ich in diesem Moment nicht beurteilen, weil es mir nur zugetragen worden ist.

Gut nach einen recht kurzweiligen Teil mit etwas Werbung und einem Teil mit Dauerwerbung ging es in die Pause. Ich war immer noch der Hoffnung das es besser wird.

Was dann allerdings kam, ja das haute dem Fass den Boden aus. Sprichwörtlich gesehen. Pavels Werbeblog in Reinkultur. Erst durfte man sich gefühlte 30 Bilder ansehen um das kreative zu sehen. Motto war ja seit Kreativ. Was an sich ja erst einmal Positiv ist. Das ganze wurde noch unterbrochen von einem Video was mit Musik und Bilder aufgepeppt worden war.  Als jedoch dann ein Foto bearbeitet wurde, was weder schön noch scharf war. Merkte ich und auch die Begleiter „Wir sind auf der falschen Veranstaltung gelandet“.  Ein vollkommen langweiliges Bild was unscharf ist (Kommentar von Pavel, es wurde aus dem Auto gemacht) dann in Photoshop zu bearbeiten war mehr als am eigentlichen Thema vorbei (Seit Kreativ.. nur so zur Erinnerung).  Eigentlich wurde nur gezeigt wie man Verlaufsfilter nett einsetzen kann. Also etwas was man in jedem dritten You Tube Video zusehen bekommt.

In dem Moment war uns auch klar, das man besser einen Workshop mit Schweighofer-Art hätte buchen sollen. Da wäre man zum Thema Kreativ und Bearbeitung, sprich Composing besser gewesen.

Doch die absolute Krönung des Tages sollte noch folgen. Fotoreisen mit Kreativstudio Kaplun. Werbung ohne Ende. Mit einem netten Gast auf der Bühne der alles überschwenglich lobte ohne jedoch eine Aussage zutreffen.

An dieser Stelle möchte ich dem geneigten Fototourbucher nur einen kleinen Gedankenanstoß geben. Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand umfasst das Team von Pavel 3 Personen (Pavel / Mico / Olga). Ihr bucht bei den 3 eine Reise zum Fotografieren irgendwo auf der Welt. Mit Euch noch 29 andere Teilnehmer. Wieviel Zeit kann sich Mico und Pavel für euch persönlich nehmen ?  Wenn man davon ausgehen muß das sie ja irgendwie ihr Geschäft in der Zeit der Reise weiterführen müssen und noch selbst Videos produzieren.

Was ich euch allen ans Herz legen möchte. Schaut genau was ihr für Workshops und auch Sharings bucht. Teilnehmer von  mehr als 6 Leuten bei Sharings und 10 Leuten bei Reisen sind einfach in meinen Augen viel zu viel. Im Gegenteil ich glaube maximal 4 Leute sind mehr als ausreichend. Dann besteht die Chance das man persönlich beraten werden kann, wenn es Probleme gibt. Oder man einen Tip braucht.

Im Übrigen haben wir die ganze Veranstaltung nach Pavel fluchtartig verlassen. Für mehr Werbung hatten wir keinen Nerv mehr. Besonders weil der nächste Programmpunkt „REICHWEITE UND MARKETING für Fotografen“ von und mit Calvin Hollywood war. Nein wir wollten keine Werbung über seinen Motivationskanal und Bootcamp und sonstigen Unsinn hören. Unsere bzw meine Meinung dazu werde ich in nächster Zeit hier veröffentlichen und auch begründen.

Also noch einmal: Schaut genau hin bei wem ihr was bucht. Nicht immer sind die „You Tube / Facebook“ Stars die richtige Adresse. Oftmals bekommt ihr bei den „kleineren“ besseres geboten.

Komentare und eure Meinung dazu gerne hier.

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2 Kommentare zu „Zwischen Vorstellung und Realität

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  1. puh also, ich bin für diesen Bericht sehr dankbar, es bestätigt mich in vielem! Aber hierauf möchte ich nun nicht eingehen, jedoch bin ich froh dass ich nicht alleine bin, wenn ich sage dass mir meistens zu viele Teilnehmer sind! Ich bin auf Suche nach Workshops mit weniger!

Und was sagst du dazu :)

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von Anders Noren.

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